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Netflix: Preise rauf, Kurs runter – Kaufchance oder Finger weg?

Netflix: Preise rauf, Kurs runter – Kaufchance oder Finger weg?
Foto: Hamara/Shutterstock
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Michael Herrmann Heute, 21:11 Michael Herrmann
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Netflix bittet seine Nutzer ab sofort deutlich stärker zur Kasse. Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien werden die Abos um bis zu 40 Prozent teurer. Ein Test der Schmerzgrenze der Kunden, der nicht nur bei Kunden, sondern auch bei Anlegern auf wenig Gegenliebe stößt. Die Aktie gibt am Freitag vier Prozent nach.

  • Netflix erhöht die Preise in zwei großen europäischen Märkten massiv: Deutschland und Großbritannien.
  • Das Werbe-Abo wird in Deutschland um rund 40 Prozent teurer, das Premium-Abo knackt die Marke von 20 Euro.
  • Auch in Großbritannien steigen die Gebühren: Das günstigste Abo verteuert sich um 33,4 Prozent.
  • Anleger fürchten, dass Netflix mit den Preissprüngen Kunden vergrault.

Es war abzusehen, nun ist es offiziell: Netflix erhöht in Deutschland erneut die Preise. Alle drei aktuell verfügbaren Abo-Modelle werden um jeweils zwei Euro pro Monat teurer. Weniger absehbar war das Ausmaß des Preissprungs. Besonders kräftig fällt der Aufschlag beim günstigsten Angebot aus. 6,99 Euro statt wie bisher 4,99 Euro werden fällig – ein Plus von rund 40 Prozent.

Auch die werbefreien Tarife werden teurer. Für das Standard-Abo verlangt Netflix künftig 15,99 Euro im Monat, nach bisher 13,99 Euro. Das Premium-Abo steigt von 19,99 Euro auf 21,99 Euro. Damit überschreitet die teuerste Variante erstmals die Marke von 20 Euro pro Monat.

Das Standard-Abo mit Werbung kostet künftig 6,99 Euro statt bisher 4,99 Euro – ein Plus von rund 40 Prozent. Für das werbefreie Standard-Abo verlangt Netflix künftig 15,99 Euro im Monat, nach bisher 13,99 Euro. Das Premium-Abo steigt von 19,99 Euro auf 21,99 Euro. Damit überschreitet die teuerste Variante erstmals die Marke von 20 Euro pro Monat.

In sozialen Netzwerken reagieren viele Abonnenten verärgert. Vor allem der hohe prozentuale Aufschlag beim Werbe-Abo sorgen für Unmut. Zwar bleibt dieses Modell die günstigste Möglichkeit, Netflix zu nutzen. Der Preisabstand zu anderen Streamingdiensten wird jedoch kleiner.

Die Preiserhöhung beschränkt sich aber nicht nur auf Deutschland. In Großbritannien hat Netflix die Preise bereits zum 3. September angehoben – und das zum zweiten Mal in diesem Jahr. Das Standard-Abo mit Werbung kostet dort nun 7,99 statt 5,99 Britische Pfund. Das entspricht einem Aufschlag von 33,4 Prozent. Das werbefreie Standard-Abo verteuert sich von 12,99 auf 13,99 Britische Pfund, das Premium-Abo von 18,99 auf 20,99 Britische Pfund.

Netflix ist zwar Marktführer, aber längst nicht mehr konkurrenzlos. Neben Disney Plus, HBO Max oder Paramount konkurrieren auch günstigere oder werbefinanzierte Angebote mit Netflix um die Aufmerksamkeit und den Geldbeutel der Nutzer. Hinzu kommen zunehmend Bundles von Telekommunikationsanbietern, die mehrere Streamingdienste kombinieren.

Netflix (WKN: 552484)

Die Preiserhöhungen kommen an der Börse nicht gut an. Die Netflix-Aktie verliert am Freitag zeitweise mehr als vier Prozent. Anleger zweifeln offenbar daran, dass die Strategie aufgeht. Die Preissprünge sind teilweise massiv und bergen das Risiko, dass der Konzern Kunden vergrault. Netflix erhöht die Preise erneut und testet damit die Schmerzgrenze seiner Abonnenten. Ein riskantes Spiel. Die Aktie ist aktuell keine laufende Empfehlung. Anleger machen daher auch weiterhin einen Bogen um Netflix.

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