Rally-Alarm bei Sandisk. Die Aktie des Speicherkonzerns ist am Freitag zeitweise über neun Prozent nach oben gesprungen. Rückenwind verleiht dem Speicherspezialisten eine prominente und milliardenschwere Übernahme im KI-Sektor. Zudem bleibt Speicher für KI-Rechenzentren knapp.
- Sandisk-Aktie springt zeitweise um mehr als neun Prozent.
- Treiber ist die Nvidia-Übernahme von Hugging Face.
- Auch Aussagen von Dell zum Speichermarkt wirken noch nach.
Die Sandisk-Aktie legt am Freitag kräftig zu. Rückenwind liefert unter anderem die milliardenschwere Übernahme der KI-Plattform Hugging Face durch Nvidia. Hugging Face gilt als wichtige Plattform für die Entwicklung und den Einsatz von Open-Source-Modellen für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Nach Angaben von Nvidia erreicht das Unternehmen mehr als 18 Millionen Nutzer.
Auf der Plattform stehen zudem rund drei Millionen Modelle, 500.000 Datensätze und mehr als eine Million Anwendungen zur Verfügung. Mehr als 200.000 Unternehmen nutzen Hugging Face, um KI-Modelle zu entdecken, zu bewerten, anzupassen und einzusetzen.
Auf den ersten Blick ist die Verbindung zwischen der Übernahme und Sandisk zwar nicht unmittelbar. Für den Speicherspezialisten ist sie dennoch relevant.
Nvidia profitiert seit Jahren vom Boom rund um generative KI und der Entwicklung sogenannter KI-Agenten. Die hohe Nachfrage nach den Grafikprozessoren des Unternehmens – sie sind zentrale Bausteine für KI-Rechenzentren – hat auch den Bedarf an Speicherlösungen steigen lassen. Dabei spielen NAND-Flash-Chips von Sandisk eine wichtige Rolle.
Vereinfacht gesagt: Was gut für Nvidia ist, kann auch Sandisk zugutekommen. Die Hugging-Face-Übernahme wird an der Börse deshalb als weiterer Beleg dafür gewertet, dass Nvidia seine führende Position im KI-Ökosystem ausbauen will. Das stützt zugleich die Fantasie rund um die Nachfrage nach der dafür benötigten Speicherinfrastruktur.
Zusätzlichen Rückenwind liefert eine Aussage von Dell Technologies. Auf der Bilanzkonferenz in dieser Woche erklärte Chief Operating Officer Jeffrey Clarke, das Ungleichgewicht bei KI-Servern lasse sich vor allem auf einen Faktor zurückführen: Speicher.
„Die Engpässe bleiben dieselben: DRAM, DRAM, DRAM, gefolgt von NAND, NAND, NAND“, sagte Clarke sinngemäß. Damit bleibt klar: Nicht nur die Rechenleistung, sondern auch die Verfügbarkeit von Speicherchips entscheidet darüber, wie schnell neue KI-Server ausgeliefert werden können.
Für Sandisk ist das eine wichtige Nachricht. Der Konzern profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach NAND-Speicher – und von der Erkenntnis, dass Speicher in der KI-Infrastruktur längst kein Nebenthema mehr ist.
Sandisk ist ein heißes Eisen. Einer schwindelerregenden Rally bis auf 2.354 Dollar folgte ein brutaler Absturz in Richtung 1.000 Dollar. Nun nimmt sie wieder Kurs auf 1.700 Dollar. Die Volatilität ist daher extrem. Grundsätzlich ist Sandisk definitiv ein großer Gewinner des KI-Booms. Aktuell fehlt aber – trotz des heutigen Kurssprungs – die klare Richtung. Anleger sollten sich daher momentan nach anderen KI-Aktien umsehen.
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