20.01.2011 Michael Herrmann

RWE: Atomkraft-Rückzieher

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Trendthema

RWE zieht sich aus einem Atomkraftprojekt in Rumänien zurück. Andere Atomkraftprojekte im Ausland sollen aber auch in Zukunft vorangetrieben werden. Die Aktie des Energieversorgers steht weiter unter Strom.

Der deutsche Energieversorger RWE und seine Projektpartner GdF Suez und Iberdrola ziehen sich aus einem Projekt zum Bau eines Atomkraftwerks im rumänischen Cernavoda zurück. Wirtschaftliche und marktbedingte Unsicherheiten würden laut RWE das Projekt in Frage stellen. Medienberichten zufolge soll besonders das Fehlen klarer regulatorischer Vorgaben sowie die Unsicherheit über das Wachstum der Energienachfrage in Rumänien die Hauptgründe für den Rückzieher sein.

Probleme mit rumänischer Regierung

Als weiterer Grund für die Entscheidung von RWE und seinen Projektpartnern wird genannt, dass sich die rumänische Regierung nur noch mit rund 20 Prozent statt der in Aussicht gestellten 51 Prozent beteiligen wolle. RWE und seine fünf Projektpartner wollten gemeinsam mit dem staatlichen rumänischen Atomkraftbetreiber zwei Atomkraftblöcke mit einer Leistung von je 720 Megawatt bauen. Die Gesamtkosten für das Vorhaben wurden bei Planungsbeginn mit vier Milliarden Euro angegeben.

Interesse an Atomkraft bleibt

RWE betonte, die Entscheidung habe nichts mit der technischen Qualität des Kraftwerks zu tun. Umweltschützer hatten den Bau wegen einer zu hohen Erdbebengefahr abgelehnt. Ein Abschied von Atomkraftprojekten im Ausland sei laut RWE mit dem Rückzieher aus dem rumänischen Projekt nicht verbunden. Der Essener Energiekonzern erklärte, dass man auch in Zukunft die Entwicklung neuer Kernkraftwerke im Ausland vorantreiben wolle.

Überzeugend

Da sich auch andere Projektpartner zurückziehen, scheint der Rückzieher aus dem rumänischen Atomkraftprojekt richtig zu sein. Mit einem Plus von 1,7 Prozent setzt die Aktie von RWE heute ihren Aufwärtstrend fort. Günstige Bewertung und hohe Dividenden in Kombination mit einem vielversprechenden Chartbild sprechen eine eindeutige Sprache. Eine Kurssteigerung bis in den Bereich von 70 Euro erscheint daher möglich. Ein Stoppkurs bei 46 Euro sichert das Investment ab.