Mit Vincorion hat der nächste Konzern den Sprung an die Börse erfolgreich geschafft. Der Rüstungszulieferer hat das anhaltend gute Umfeld in der Branche genutzt, um im Prime Standard gelistet zu werden. Die Nachfrage ist groß, der erste Kurs liegt auch deutlich oberhalb des Angebotspreises.
Mit 19,30 Euro je Aktie hat Vincorion den Handel aufgenommen. Im Vorfeld waren bis zu 20,3 Millionen Aktien des Mehrheitsaktionärs Star Capital zu je 17 Euro angeboten worden. 14 Prozent über dem Ausgabepreis notiert die Aktie damit. Auf dem aktuellen Niveau kommt die ehemalige Jenoptik-Sparte auf eine Marktkapitalisierung von 965 Millionen Euro.
Bereits im Vorfeld hatte sich das rege Interesse abgezeichnet. So wurde das Orderbuch für den Börsengang bereits am Mittwochabend und damit einen Tag früher geschlossen als erwartet. Laut Handelsblatt soll es deutlich überzeichnet gewesen sein und teils aus großen Vermögensverwaltern und teils aus kurzfristig orientierten Hedgefonds bestehen. Darüber hinaus hätten auch Privatanleger durchaus Interesse gezeigt.
Spannendes Portfolio
Vincorion ist auf Energie- und Mechatroniklösungen spezialisiert, die primär im Militärbereich zur Anwendung kommen. Im Fokus stehen dabei etwa Komponenten für den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützenpanzer Puma oder Luftabwehrsysteme wie Iris-T. 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 240 Millionen Euro. Das durchschnittliche Wachstum betrug laut Unternehmensangaben in den Jahren 2023 bis 2025 rund 22 Prozent pro Jahr.
Der adressierbare Gesamtmarkt lag 2025 bei rund zwölf Milliarden Euro und soll bis 2030 jährlich um etwa acht Prozent wachsen. Noch dynamischer entwickelt sich der für das Unternehmen relevante Markt mit aktuell 5,6 Milliarden Euro und einem erwarteten Wachstum von rund zehn Prozent pro Jahr.
DER AKTIONÄR wird die Vincorion-Story genau beobachten. Die Bewertung ist ähnlich wie zuletzt beim IPO des Marinetechnik-Spezialisten Gabler vergleichbar mit anderen Playern aus der Branche. Die Aktie ist durchaus interessant und kommt zunächst einmal auf die Watchlist. An den ersten Handelstagen könnte es aber zu höherer Volatilität kommen, wenn es zu Abgabedruck durch Institutionelle kommen sollte. DER AKTIONÄR wird den neuen Player zeitnah genauer unter die Lupe nehmen.
Heute, 09:35