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Rheinmetall, Vincorion und Co: Rüstungsboom schafft Arbeitsplätze

Rheinmetall, Vincorion und Co: Rüstungsboom schafft Arbeitsplätze
Foto: Creative Shorts/Shutterstock
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:00 Jan-Paul Fóri

Während die deutsche Automobilindustrie schwächelt und zehntausende Stellen abbaut, boomt die Rüstungsbranche. Nicht nur Rheinmetall, Hensoldt und KNDS suchen händeringend neue Mitarbeiter, um ihre prall gefüllten Auftragsbücher abzuarbeiten. Auch der Börsenneuling Vincorion baut weiter Personal auf. DER AKTIONÄR wirft einen Blick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt.

• Der Rüstungsboom in Europa schafft tausende Jobs: Rheinmetall, Hensoldt, KNDS und Vincorion bauen ihre Belegschaften       kräftig aus, während die Autoindustrie Stellen abbaut.

 Rheinmetall erhielt 2025 bereits über 300.000 Bewerbungen, Hensoldt übernimmt rund 600 Auto-Fachkräfte und KNDS             beschäftigt etwa 580 ehemalige Alstom-Mitarbeiter.

 Die Mitarbeiteranzahl von Vincorion wächst seit 2022 jährlich um fünf bis sechs Prozent.

Mehr als 900 Mitarbeiter beschäftigt Vincorion nach eigenen Angaben derzeit, der Großteil davon arbeitet am Hauptsitz in Wedel bei Hamburg. Weitere deutsche Standorte befinden sich in Essen sowie im oberbayerischen Altenstadt. Zudem unterhält das Unternehmen einen Vertriebsstandort in den USA. 

Und die Belegschaft dürfte weiter wachsen: „Wir begrüßen jeden Monat neue Kolleginnen und Kollegen“, sagte Vincorion-Chef Kajetan von Mentzingen der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig rechnet das Unternehmen mit einem jährlichen Personalwachstum von fünf bis sechs Prozent. In diesem Tempo expandiert Vincorion bereits seit 2022. 

Der Rüstungszulieferer produziert unter anderem Waffenstabilisierungssysteme, Generatoren und Seilwinden. Komponenten des Unternehmens kommen etwa im Kampfpanzer Leopard 2 sowie in Patriot-Raketensystemen zum Einsatz.

Europaweite Aufrüstungswelle treibt an

Zwar beliefert Vincorion die Bundeswehr nicht direkt, dennoch profitiert die Firma nach Angaben von von Mentzingen deutlich vom schuldenfinanzierten 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr, da Industriepartner mehr Aufträge erteilen würden. „Es geht aber nicht nur um das Sondervermögen der Bundeswehr. Wir sehen Wiederaufrüstung in ganz Europa“, sagte der Manager.

Vincorion ist jedoch nicht das einzige Rüstungsunternehmen, dessen Personalbestand wächst. Branchenprimus Rheinmetall kann sich von Bewerbungen kaum retten. „Wir kennen keinen Fachkräftemangel“, sagte Aufsichtsratschef Ulrich Grillo im Rahmen der Hauptversammlung jüngst. 2025 habe der DAX-Konzern mehr als 300.000 Bewerbungen erhalten. Dabei beschäftigt das Unternehmen aktuell nur rund 34.000 Mitarbeiter. Monica Wertheim, Head of HR Global Operations bei Rheinmetall, hatte bereits im November in einem Interview betont, dass der Rüstungskonzern insbesondere auf Fachkräfte zurückgreifen könne, die zuvor in der Automobilindustrie entlassen wurden.

Doch auch Hensoldt hat sich Fachkräfte aus der Automobilindustrie gesichert. Mit dem Automobilzulieferer Auomovio (AKTIONÄR-Empfehlung) unterzeichnete der Radar-Spezialist eine Vereinbarung, die sich auf die süddeutschen Aumovio-Standorte Ulm, Lindau und Markdorf bezieht und den Transfer von rund 600 Mitarbeitern ermöglicht. Wie AKTIONÄR-Leser wissen, steht das Programm unter dem Motto „Von Arbeit zu Arbeit“.

Selbst KNDS hat sich zuletzt Verstärkung aus dem zivilen Fahrzeugbau geholt. Konkret hat der Panzerbauer das Werk des Schienenfahrzeugherstellers Alstom in Görlitz übernommen. Circa 580 der 700 Mitarbeiter sollen dort weiterbeschäftigt werden und fortan statt Waggons Baugruppen für den Kampfpanzer Leopard 2 sowie den Schützenpanzer Puma fertigen, die berichtete unter anderem die Bahnblogstelle.

Porsche AG (WKN: PAG911)

Während die Automobilbranche schwächelt, boomt der Rüstungssektor. Dies zeigt sich nicht mehr nur beim Blick auf den Chart oder die Geschäftszahlen, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Gleichwohl kann die Transformation nicht alle wegfallenden Stellen auffangen. Wer breit gestreut in den Rüstungssektor investieren will, setzt dafür auf den European Defence Index

FAQs zu Rheinmetall

1. Kann Rheinmetall weiter wachsen?
Ja. Der Konzern baut Produktion und Personal massiv aus. Besonders gefragt bleiben Munition, Luftverteidigung und Militärfahrzeuge.

2. Ist die Rheinmetall-Aktie noch interessant?
Trotz des jüngst starken Rücksetzers sehen viele Analysten weiteres Potenzial. Neue Großaufträge und höhere NATO-Ausgaben bleiben mittelfristig wichtige Kurstreiber.

3. Wie wichtig ist der Leopard 2 für Rheinmetall?
Der Leopard 2 zählt zu den wichtigsten europäischen Kampfpanzern. Rheinmetall liefert zentrale Komponenten wie die 120-Millimeter-Glattrohrkanone und profitiert direkt von Modernisierung und Neubestellungen.

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