„Von Arbeit zu Arbeit“ – unter diesem Motto hat der Automobilzulieferer Aumovio am Montag eine Kooperation mit dem Rüstungskonzern Hensoldt angekündigt. Hinter der Bündelung der Kräfte beider Unternehmen steht ein klares Ziel: Kosten zu sparen – sowohl bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter als auch beim möglichen Stellenabbau. DER AKTIONÄR wirft einen Blick auf die Details der Zusammenarbeit.
Aumovio, das seit September 2025 eigenständige Automotive-Powerhouse, steht vor einer strategischen Neuausrichtung seiner weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. In Süddeutschland – konkret an den Standorten Ulm, Lindau und Markdorf – führt dies dazu, dass rund 600 Stellen in ihrer bisherigen Form nicht mehr in die Zukunftsplanung passen. Doch statt auf klassische Entlassungswellen oder teure Vorruhestandsprogramme zu setzen, präsentiert Aumovio eine effizientere Lösung: die direkte Vermittlung „von Arbeit in Arbeit“.
Dafür hat der Automobilzulieferer eine Kooperation mit dem Rüstungskonzern Hensoldt geschlossen. Das Unternehmen, das derzeit wieder stärker in der Gunst der Analysten steht, hat einen hohen Personalbedarf: Allein für 2026 sind rund 1.600 Neueinstellungen geplant. Gesucht werden vor allem Systemingenieure, Softwareentwickler und Elektrotechniker. Ebenjene Fachkräfte, die Aumovio im Zuge der Neuausrichtung einsparen will. Für rund 600 Beschäftigte an den Standorten Ulm, Lindau und Markdorf öffnen sich durch die räumliche Nähe zu Hensodlt-Standorten wie Oberkochen oder Immenstaad erstklassige Karrierechancen.
Denn um die Neueinstellungskosten gering zu halten und einen Wissensabfluss zu vermeiden, hat sich sich Hensolt daher direkten Zugriff auf den hochkarätigen Talent-Pool von Aumovio gesichert. „Die Kooperation schafft eine echte Perspektive für Fachkräfte in der Region – und ist zugleich für beide Seiten vorteilhaft“, betont Hensoldt-CEO Oliver Dörre. „Die Kooperation mit Hensoldt ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir Veränderungen sozialverantwortlich gestalten“, sagte indes Ingo Holstein CHRO von Aumovio.
Auch wenn die Aumovio-Aktie am Montag verhalten auf die Nachricht reagiert, dürfte sich die Kooperation mit Hensoldt langfristig auszahlen. Anleger bleiben bei Aumovio vorerst an Bord. Unter den Rüstungswerten favorisiert DER AKTIONÄR hingegen Rheinmetall, Leonardo oder Elbit Systems.
Heute, 19:02