05.06.2018 Marion Schlegel

Roche: Mittel erhält Priority-Status – Aktie nicht nur für Dividendenjäger

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So wie die gesamte Pharmabranche kämpft auch Roche mit dem Patentauslauf von wichtigen Medikamenten. Die Schweizer verfügen aber über aussichtsreiche neue Produkte sowie eine starke Pipeline, die das Wegbrechen der Umsätze älterer Mittel mehr als kompensieren könnte. Neben einigen Krebspräparaten zählt auch das Blutermittel Hemlibra zu den großen Hoffnungsträgern.

Nach zuletzt sehr guten Daten hat Roche nun die US-Zulassungsbehörde FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) gewährt – und zwar zur Behandlung von Patienten, die an der an einer speziellen Ausprägung der Bluterkrankheit Hämophilie A (ohne Faktor VIII-Inhibitoren) leiden. Bereits im Mai hatte Roche in dieser Indikation den Status „Therapiedurchbruch“ erhalten. Zugelassen ist Hemlibra in den USA bereits für die prophylaktische Behandlung von Patienten mit Hämophilie A und Faktor VIII-Inhibitoren.

Die Behörde habe sich in ihrer Entscheidung auf Daten aus der HAVEN 3-Studie gestützt, so Roche. Diese hatte ergeben, dass Patienten mit dieser bestimmten Form der Bluterkrankheit eine Reduktion der Blutungen um bis zu 97 Prozent zeigten, wenn sie entweder einmal pro Woche oder alle zwei Wochen mit Hemlibra prophylaktisch behandelt wurden.

Erst im vergangenen Jahr hatte Roche das Medikament Ocrevus zur Behandlung der Multiplen Sklerose auf den Markt gebracht, mit dem Roche außerhalb der traditionell wichtigen Krebstherapie überzeugte. Die Umsätze damit haben bereits die Milliardenschwelle überschritten. Analysten und Investoren erhoffen sich von Hemlibra eine ähnliche Entwicklung. Optimisten erwarten sogar Umsätze von in der Spitze fünf Milliarden Schweizer Franken.

Die Aktie von Roche zählt zu den Pharma-Favoriten des AKTIONÄR. Derzeit arbeitet das Papier an der Bodenbildung. Ein Kaufsignal würde der Sprung über die 200-Tage-Linie bringen. Für Anleger dürfte die Roche-Aktie zudem nicht zuletzt wegen ihrer hohen Dividendenrendite interessant sein. Dies beträgt derzeit 3,9 Prozent.