21.12.2016 Marion Schlegel

Roche-Aktie: Zweimal Daumen hoch

-%
Roche
Trendthema

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat den Prüfungszeitraum für den Zulassungsantrag des Roche-Medikaments Ocrevus (Ocrelizumab) bis zum 28. März 2017 verlängert. Als Grund nennt Roche die Einreichung zusätzlicher Daten über den kommerziellen Herstellungsprozess. Daher benötige die FDA mehr Zeit für die Prüfung des Antrages, teilte Roche mit. Die Verlängerung stehe nicht im Zusammenhang mit der Wirksamkeit oder Sicherheit des Medikaments. Das Unternehmen arbeite eng mit der FDA zusammen, um das Medikament so schnell wie möglich in den USA zur Verfügung zu stellen, heißt es weiter. Roche hatte im Juni von den Zulassungsbehörden FDA in den USA und der EMA in Europa grünes Licht für den Zulassungsantrag für Ocrevus (Ocrelizumab) in der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) erhalten.

Goldman Sachs und Deutsche Bank mit Kaufempfehlung

Von Analystenseite gibt es derweil wenig Bedenken, was Ocrevus angeht. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Roche-Aktie auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 355 Franken belassen. Dass sich die US-Gesundheitsbehörde FDA mit der Prüfung des Zulassungsantrags für das Multiple-Sklerose-Medikament nun länger Zeit lasse, sei ein kleiner Rückschlag, habe aber nichts mit Sicherheits- oder Effizienzbedenken zu tun, erklärte Analyst Keyur Parekh. An seinen langfristigen Umsatzprognosen für das Mittel des Schweizer Pharmakonzerns dürfte sich daher kaum etwas ändern.

Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Roche ebenfalls auf "Buy" mit einem Kursziel von 271 Franken belassen. Die Verzögerung im Genehmigungsprozess für Ocrevus in den USA sei zwar nichts Ungewöhnliches, aber dennoch ein kleinerer Stimmungsdämpfer, so Analyst Tim Race in einer Studie vom Mittwoch.

Die Aktie von Roche hat sich von ihrem Tief im Bereich von 220 Franken inzwischen wieder deutlicher entfernen können. Der Befreiungsschlag steht aber noch aus. Der Sprung über die Marke von 240 Franken sowie die 200-Tage-Linie würde ein positives Signal liefern.

(Mit Material von dpa-AFX)

Der Kapitalismus am Scheideweg?