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Risse im Bitcoin‑Imperium: Strategy unter Druck

Risse im Bitcoin‑Imperium: Strategy unter Druck
Foto: STRF/STAR MAX/IPx/picture alliance/dpa
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Philipp Schleu Heute, 10:30 Philipp Schleu

Michael Saylors kühne Wette auf Bitcoin steht vor ihrer ersten echten Belastungsprobe. Das hochgehebelte Geschäftsmodell von Strategy gerät ins Wanken, da die Finanzierungskosten steigen und der Marktwert der Bestände schwankt. Experten warnen vor einem gefährlichen Kreislauf, der das Unternehmen zu weiteren Verkäufen zwingen könnte.

Es waren lediglich 32 Bitcoin, die MicroStrategy am Montag veräußerte. Gemessen am Gesamtbestand von 843.706 Einheiten ist das eine verschwindend geringe Menge. Dennoch reagierte der Markt allergisch. Die Psychologie der Anleger ist nach Jahren der reinen Akkumulationsstrategie angekratzt. Seit dem Verkauf sackte der Bitcoin-Kurs um 16 Prozent ab.

Auch die Aktie des Unternehmens blieb nicht verschont. Das Papier verlor 12,8 Prozent an Wert und markierte am Donnerstag bei 126 Dollar ein Zwei-Monats-Tief. Parallel dazu verkaufte das Unternehmen Aktien im Wert von 128 Millionen Dollar, was den Abwärtstrend zusätzlich beschleunigte.

Strategy (WKN: 722713)

Das Problem mit den Dividenden

Im Fokus der Sorgen steht ein spezielles Finanzinstrument namens „Stretch“ (STRC). Hierbei handelt es sich um eine Vorzugsaktie, welche eigentlich bei einem Kurs von 100 Dollar notieren sollte. Aktuell wird es jedoch mit einem Abschlag bei rund 95 Dollar gehandelt. Der Markt signalisiert damit, dass die aktuelle Dividende von 11,5 Prozent nicht mehr ausreicht, um das Risiko abzudecken.

Der Grund: Sollte Strategy gezwungen sein, die Dividende zu erhöhen, um Investoren bei der Stange zu halten, steigt die Cash-Belastung massiv an. Grayscale-Forschungschef Zach Pandl warnt vor einer negativen Rückkopplungsschleife. Höhere Zahlungsverpflichtungen könnten das Unternehmen dazu zwingen, mehr Bitcoin zu verkaufen, um liquide zu bleiben. Dies würde den Preis der Kryptowährung weiter drücken und die Bilanz von Strategy schwächen.

Kritik von allen Seiten

Gold-Anhänger Peter Schiff sieht sich bestätigt. Sollte Strategy das Bargeld ausgehen, würden Verkäufe zur Deckung der Fixkosten unumgänglich, so Schiff auf der Plattform X. Auch Zach Pandl von Grayscale schlägt in eine ähnliche Kerbe. Er sieht die Fähigkeit des Konzerns, bei den aktuellen Kursen von STRC und der Aktie weitere Token zu kaufen, als stark begrenzt an. Für das gesamte Bitcoin-Ökosystem sei es ohnehin gesünder, wenn weniger Münzen auf gehebelten Firmenbilanzen und mehr in diversifizierten Portfolios lägen.

Strategy hat seinen Status als unantastbarer Bitcoin-Horter verloren. Das Modell der extremen Hebelwirkung stößt in einem Umfeld volatiler Kurse und hoher Zinsen an seine Grenzen. DER AKTIONÄR rät bereits seit Längerem, für Bitcoin-Exposure lieber zur Kryptowährung selbst zu greifen, statt zur Strategy-Aktie.

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