Der Bitcoin klettert am Montag zeitweise auf 65.584 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit einem Monat. Die Erholung erfasst den gesamten Kryptosektor: Die Aktie des Bitcoin-Großinvestors Strategy gewinnt in der Spitze 6,4 Prozent. Stablecoin-Anbieter Circle legt sogar um bis zu 10,8 Prozent zu. Ob aus der Erholung eine nachhaltige Aufwärtsbewegung wird, könnte sich nun in Washington entscheiden.
Im Fokus steht der "CLARITY Act". Das Gesetz soll klar regeln, wann digitale Vermögenswerte als Wertpapiere unter die Aufsicht der SEC fallen und wann die Rohstoffaufsicht CFTC zuständig ist. Zudem soll es eindeutige Regeln für Kryptobörsen, Verwahrer und Händler definieren, um Anleger besser vor Betrug und Pleiten zu schützen. Registrierung, Handel und Offenlegungspflichten bewegen sich bislang teilweise in einer regulatorischen Grauzone.
Krypto-Gesetz auf der Kippe
Ein Durchbruch ist allerdings keineswegs sicher – der Gesetzesentwurf kommt im Senat weiterhin nicht voran. Streit gibt es unter anderem über eine Ethikklausel, die persönliche Kryptogeschäfte hochrangiger Regierungsmitglieder beschränken soll. An den vertraulichen Gesprächen im Weißen Haus in der vergangenen Woche nahmen ausschließlich Präsident Donald Trump und republikanische Vertreter teil. Demokratische Senatoren waren nicht beteiligt, wodurch die Verhandlungen ins Stocken geraten sind.
Die demokratischen Senatoren Catherine Cortez Masto und Mark Warner wollen ihre Zustimmung offenbar davon abhängig machen, ob der endgültige Gesetzentwurf die Bedenken von Strafverfolgungsbehörden und des Justizministeriums hinsichtlich Geldwäsche und illegaler Finanzströme ausreichend berücksichtigt.
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Auf der Prognoseplattform Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit einer Unterzeichnung in diesem Jahr inzwischen nur noch 31 Prozent auf taxiert, vor drei Wochen lag die Eintrittswahrscheinlichkeit noch bei 50 Prozent. Vor der Sommerpause im August verbleibt den Abgeordneten ein kleines Zeitfenster von 14 Sitzungstagen. Für die Verabschiedung ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Bislang gibt es weder einen Termin für die Abstimmung noch einen überarbeiteten Gesetzestext. Nach Einschätzung von Beobachtern im US-Kongress bleibt den Verhandlern nur noch bis Ende dieser Woche Zeit, um die Voraussetzungen für eine Abstimmung zu schaffen. Sollte der CLARITY Act in der kommenden Woche nicht auf die Tagesordnung gesetzt werden, gilt eine Verabschiedung vor der Sommerpause Anfang August als äußerst unwahrscheinlich.
Die republikanische Senatorin Cynthia Lummis hat am Montag die Verzögerung beim CLARITY Act scharf kritisiert. Das Gesetz würde Verbraucher nämlich auch davor schützen, ihre digitalen Vermögenswerte zu verlieren, wenn eine Krypotplattform insolvent wird. „Als Celsius und Voyager Insolvenz anmeldeten, blieben die Kundeneinlagen nicht Eigentum der Kunden. Sie wurden Teil der Insolvenzmasse und mussten mit anderen Gläubigern geteilt werden. Der CLARITY Act würde sicherstellen, dass Ihre Kryptowährungen auch im Fall einer Unternehmenspleite Ihr Eigentum bleiben“, schrieb Lummis auf der Plattform X.
When Celsius and Voyager went bankrupt, customer deposits didn’t stay customer deposits. They became assets in a bankruptcy pool, fought over by creditors who had never even heard of the customers who owned them. The Clarity Act changes the rule so your crypto stays yours, even…
— Senator Cynthia Lummis (@SenLummis) July 20, 2026
Bitcoin kämpft um die Trendwende
Eine politische Einigung könnte einen erheblichen Unsicherheitsfaktor beseitigen und neues Kapital in den Markt locken. Auch die Aktien von Circle oder Strategy dürften dann profitieren. Scheitern die Gespräche, drohen dagegen weitere Kursschwankungen.
Auf Jahressicht hat sich der Wert von Bitcoin beinahe halbiert. Seit Anfang Juli hat der Abwärtsdruck beim Bitcoin jedoch etwas nachgelassen und der Kurs konnte die 50-Tage-Linie zurückerobern. Damit hält die Unterstützungszone zwischen 62.000 und 65.000 Dollar vorerst. Auf der Oberseite wartet zwischen 75.000 und 80.000 Dollar ein hartnäckiger Widerstand. Erst darüber würde sich das Bild aus technischer Sicht wieder aufhellen.
Für den Kryptomarkt steht in den kommenden Tagen viel auf dem Spiel. Kurzfristig dürfte die politische Hängepartie den Takt beim Bitcoin vorgeben. Wer bereits investiert ist, sollte sich von der Volatilität nicht verunsichern lassen. Auf lange Sicht bleibt DER AKTIONÄR für Bitcoin bullish. Neueinsteiger sollten jedoch ein klares Kaufsignal abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
20.07.2026, 21:43
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