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Rheinmetall: Projekt wackelt – nächster Rückschlag?

Rheinmetall: Projekt wackelt – nächster Rückschlag?
Foto: CHROMORANGE/Michael Bihlmayer/dpa/picture alliance
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Marion Schlegel Heute, 07:42 Marion Schlegel

Nach dem Scheitern des deutsch-französischen Kampfjet-Vorhabens FCAS wächst nun auch die Unsicherheit beim gemeinsamen Panzerprojekt MGCS. Rheinmetall-Chef Armin Papperger sieht zwar noch keine endgültige Entscheidung, macht aber klar: Ein Rückzug Frankreichs ist keineswegs ausgeschlossen.

•    Rheinmetall-Chef Papperger hält bei MGCS einen französischen Ausstieg für möglich.
•    Hauptproblem bleibt die ungeklärte Finanzierung des Projekts.
•    Als Übergangslösung arbeiten Rheinmetall und KNDS bereits an einem neuen Kampfpanzer.

Anlass zur Sorge gibt aus seiner Sicht vor allem die unklare Finanzierungsfrage. Laut Papperger steht das endgültige Budget für MGCS weiter nicht fest. Sollte Frankreich die Mittel deutlich reduzieren, dürfte das den ohnehin schleppenden Fortgang zusätzlich bremsen. Für den Manager ist klar: Weniger Geld bedeutet keine Beschleunigung – und schon jetzt komme das Projekt nur langsam voran.

Rheinmetall (WKN: 703000)

MGCS war auf Initiative der deutschen und französischen Regierung gestartet worden. Ziel des Vorhabens ist es, bis 2040 die heutigen Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc durch ein neues, plattformübergreifendes System für den Bodenkampf zu ersetzen. An dem Projekt sind Rheinmetall, der französische Technologiekonzern Thales sowie KNDS beteiligt. KNDS war aus dem Zusammenschluss des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Rüstungsunternehmen Nexter entstanden.

Weil sich die Einführung von MGCS weit nach hinten schiebt, haben Rheinmetall und KNDS Deutschland bereits eine Zwischenlösung auf den Weg gebracht. Dabei geht es um die Entwicklung eines neuen Kampfpanzers, der in Fachkreisen inoffiziell als „Leopard 3“ bezeichnet wird. Die ersten Fahrzeuge sollen Anfang der 2030er Jahre verfügbar sein. Die Einsatzreife von MGCS wird dagegen erst für die 2040er Jahre erwartet. "Das ist eine Wahnsinnszeit. Ich kann heute nicht sagen, ob es überhaupt ein MGCS geben wird", so Papperger gegenüber der Welt am Sonntag.

Die Aktie von Rheinmetall gehörte am Freitag zu den vier größten Verlierern im DAX. Und auch zum Start in die neue Woche dürfte sie zu den schwächeren Werten im deutschen Leitindex zählen. Nach wie vor ist der Abwärtstrend seit Januar intakt. Gelingt dem Papier jedoch der Sprung darüber, wäre dies wieder ein starkes positives Signal für die Aktie. Anleger warten vor einem Wiedereinstieg ein klares Signal ab. Fundamental bleibt die Ampel derweil weiter auf grün. Der Konzern dürfte weiter mit hohem Wachstum punkten.

Häufige Fragen zur Rheinmetall-Aktie
Was macht Rheinmetall?
Die Defence-Sparte von Rheinmetall zählt nach Unternehmensangaben zu den namhaften Adressen der internationalen Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. Das Unternehmen ist weltweit tätig und erzielt mehr als zwei Drittel seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Von der Automotive-Sparte will sich der Konzern dagegen trennen.
Zahlt Rheinmetall eine Dividende?
Ja. Rheinmetall zahlt seit Jahren einmal jährlich eine Dividende an die Aktionäre und hat diese dank der explodierenden Gewinne zuletzt auch deutlich gesteigert.
Wie macht sich der Rüstungsboom bei der Aktie bemerkbar?
Rheinmetall war 2023, 2024 und 2025 jeweils einer der zwei stärksten Performer im DAX.


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