Nach wochenlangen Verhandlungen haben die USA und der Iran nach Angaben der pakistanischen Vermittler sowie der US-Regierung eine vorläufige Einigung erzielt. "Nach intensiven Gesprächen freuen wir uns, bekanntgeben zu können, dass das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Islamischen Republik Iran erzielt wurde", erklärte Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif.
Kurzfassung:
• USA und Iran haben nach Angaben beider Seiten sowie Pakistans eine vorläufige Einigung erzielt. Ein Rahmenabkommen liegt vor, die offizielle Unterzeichnung soll am Freitag in der Schweiz stattfinden.
• Teil der Vereinbarung ist die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie die Beendigung militärischer Operationen. Weitere zentrale Streitfragen, insbesondere zum iranischen Atomprogramm, sollen jedoch erst in späteren Verhandlungen geklärt werden.
• Die Aussicht auf eine Entspannung des Konflikts ließ die Ölpreise deutlich fallen.
Wenig später bestätigte auch US-Präsident Donald Trump, dass eine Vereinbarung mit dem Iran zustande gekommen sei. Trump kündigte zudem an, die Straße von Hormus wieder für den gebührenfreien Schiffsverkehr freizugeben. Gleichzeitig habe er die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen angeordnet, teilte er über seine Plattform Truth Social mit. Nach Räumung der Seeminen soll die wichtige Meerenge ab Freitag wieder befahrbar sein.
Nach Angaben von Sharif haben sich beide Konfliktparteien verpflichtet, sämtliche militärischen Aktivitäten unverzüglich und dauerhaft einzustellen. Dies gelte für alle Schauplätze des Konflikts, einschließlich des Libanon. Die feierliche Unterzeichnung des Abkommens soll nach seinen Worten am Freitag in der Schweiz erfolgen. Auch Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, dass der Entwurf des Rahmenabkommens inzwischen fertiggestellt sei.
Das nun vorliegende Rahmenabkommen stellt jedoch lediglich eine Grundlage für weitere Verhandlungen dar. Zentrale Streitpunkte zwischen den beiden Staaten, darunter insbesondere Fragen rund um das iranische Atomprogramm, sollen in den kommenden Gesprächsrunden detailliert geregelt werden.
Noch kurz vor der Einigung war unklar, ob das Abkommen tatsächlich zustande kommen würde. Hintergrund waren erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah. Auf einen Angriff der Miliz im Norden Israels reagierte die israelische Armee am Sonntag mit einem Gegenschlag im Raum Beirut. Daraufhin mahnte Trump zur Zurückhaltung und appellierte an alle Beteiligten, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Der israelische Angriff nahe Beirut sei fehl am Platz gewesen, "insbesondere an einem besonderen Tag, an dem wir einem Friedensabkommen mit dem Iran so nahe sind", schrieb Trump.
An den Energiemärkten sorgte die Einigung zwischen Washington und Teheran für deutliche Entspannung. Die Preise für Rohöl gaben spürbar nach: Die Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im August verlor knapp fünf Prozent und fiel auf 83 US-Dollar pro Barrel. Damit erreichte sie den niedrigsten Stand seit dem 10. März. Auch die US-Referenzsorte WTI verbilligte sich deutlich und sank um fast sechs Prozent auf etwas mehr als 80 US-Dollar je Fass.
Es muss natürlich abgewartet werden, ob sich die Konfliktparteien auch wirklich noch bei den sehr umstrittenen Punkten wie etwa dem Atomprogramm des Iran einigen können. Grundsätzlich stimmen die jüngsten Aussagen erstmals seit mehreren Wochen positiv. Denn bislang sprach immer nur Trump einseitig davon, man würde kurz vor einem Abkommen stehen, während der Iran dies meist umgehend dementierte. Dementsprechend geht es mit den Ölpreisen deutlich bergab. Das belastete die Kurse von Energieriesen wie etwa TotalEnergies, wobei die effizienten Konzerne auch mit einem deutlich niedrigeren Kursniveau immer noch gut leben können. Die Dividendenperle bleibt attraktiv (Stopp: 55,00 Euro).
Heute, 06:58