Im schwachen Marktumfeld fällt auch die Rheinmetall-Aktie zu Wochenbeginn weiter zurück. An den grundsätzlich positiven Aussichten für den Rüstungskonzern hat sich allerdings nichts geändert. Im neu erworbenen Marinegeschäft will der Blue Chip nun aufs Gaspedal drücken.
Rheinmetall rechnet offenbar damit, dass es beim verspäteten Bau der F126-Fregatten für die Marine zu einem zügigen Neustart kommt. „Wir gehen davon aus, dass wir die Fregatte F126 im Sommer als Generalunternehmer unter Vertrag bekommen“, sagte Tim Wagner, der Chef der Sparte Maritime Systems, in der Welt am Sonntag. Gespräche mit dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr würden bereits laufen. „Wir wollen die Durchlaufzeiten beschleunigen und die erste der sechs geplanten Fregatten im zweiten Halbjahr 2031 abliefern.“
Die Deutsche Marine plant sechs F126 für rund zehn Milliarden Euro zu bauen, das bislang größte Neubauprogramm überhaupt. Die Fregatten sind vor allem auf die U-Boot-Jagd ausgelegt. Ursprünglich sollte Damen Naval aus den Niederlanden verantwortlich sein, doch die Werft kann nicht zeitgerecht produzieren. Aktuell liegt das Programm schon etwa vier Jahre hinter dem Zeitplan.
Rheinmetall ist nach der Übernahme der Marinesparte NVL von der Lürssen-Gruppe eine von zwei Optionen zur Übernahme als Generalunternehmer – die Alternative wäre TKMS mit dem Bau von kleineren Fregatten vom Typ Meko A-200 DEU.
Durch den Einstieg in das Marinegeschäft hat Rheinmetall das eigene Portfolio noch einmal auf breitere Füße gestellt. Mittlerweile wird beinahe die komplette Palette in der Branche abgedeckt. Aktuell kann sich die Aktie dem schwachen Gesamtmarkt zwar nicht entziehen. Doch die vollen Auftragsbücher und die Wachstumsaussichten sprechen für sich. DER AKTIONÄR bleibt deshalb trotz des angeschlagenen Chartbilds positiv gestimmt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien der Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
Heute, 09:32