29.12.2019 Martin Mrowka

Rekordhöhen im Visier: Geht die Rallye von DAX und MDAX direkt weiter?

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DAX
Trendthema

Nach der feiertagsbedingt arg verkürzten Börsenwoche deutet sich zur neuen ein behaupteter Start an. Möglicherweise könnte der DAX das ungewöhlich starke Jahr sogar mit einem Jahreshoch krönen. Am Montag endet der Handel in Frankfurt jedoch bereits mit der Schlussauktion um 14 Uhr. An Silvester und an Neujahr bleibt die Börse dann geschlossen, bevor am Donnerstag das neue Börsenjahr eingeläutet wird. Ein Wochenausblick.

Am deutschen Aktienmarkt hat sich in der Weihnachts-Woche eine positive Tendenz durchgesetzt. Der DAX schloss am Freitag bei 13.337 Punkten, was auf Wochensicht (mit lediglich zwei Handelstagen) ein Mini-Plus von 0,14 Prozent bedeutete. Der MDAX markierte derweil erneut eine historische Bestmarke und schloss die Weihnachtswoche bei 28.537 Punkten - ein Wochengewinn von 0,3 Prozent.

Rund um den Jahreswechsel könnte der DAX sein sehr gutes Börsenjahr mit einem Jahreshoch krönen. Doch auch wenn sich der deutsche Leitindex in der neuen Woche wohl noch nicht zu historischen Höchstständen aufschwingen wird, können die Anleger zufrieden auf das Jahr 2019 zurückblicken.

Jahresausklangs-Party?

"Es ist der entspannte Jahresausklang eines turbulenten, aber aus Kapitalmarktsicht mehr als versöhnlichen Jahres", sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Immerhin steht für den DAX im Börsenjahr 2019 ein Plus von bislang gut 26 Prozent zu Buche.

Die zur Jahresmitte überraschende Kursänderung der Notenbanken hin zu einer wieder expansiveren Geldpolitik hat die europäischen Aktienmärkte Kater zufolge in Feierlaune versetzt. "Das Jahr enttäuschte zwar aus konjunktureller Sicht, doch das durchaus erfolgreiche Kapitalmarktjahr 2019 kann mit Fug und Recht mit einer ordentlichen Jahresausklangsparty verabschiedet werden."

DAX (WKN: 846900)

Erste Konjunkturdaten

Am 2. Januar können die Anleger auch hierzulande auf Konjunkturdaten aus den USA reagieren, die bis dahin aufgelaufen sind. Das Interesse richtet sich dabei insbesondere auf die Nachrichten vom Immobilienmarkt und das vom Forschungsinstitut Conference Board erhobenen Verbrauchervertrauen im Dezember.

Ebenfalls am ersten Handelstag des neuen Jahres kommen dann frische Daten zur Stimmung im verarbeitende Gewerbe in Deutschland hinzu. Die neue Woche schließt am Freitag für die DAX-Anleger mit dem Stimmungsbild der US-Einkaufsmanager in der Industrie.

Unternehmensgewinne dürften 2020 nur gebremst wachsen

Da in der neuen Woche von Unternehmensseite kaum Nachrichten erwartet werden, dürften die Anleger verstärkt nach vorne blicken. Im Vergleich zum Bullenjahr 2019 rechnen Experten für das neue Jahr unter dem Strich mit eher mageren Gewinnen. Ein prozentual zweistelliges Kursplus hat kaum einer auf dem Schirm. Wegen der vielen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten weltweit könnte es im Jahresverlauf turbulent zugehen. Auf eine gute erste Jahreshälfte könnte eine schwächere zweite folgen, glaubt etwa auch Marktstratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan.

Die Hauptrisiken des alten Jahres, der internationale Handelskonflikt und der Brexit, bestehen schließlich weiter fort. Der Teilerfolg im US-chinesischen Handelsstreit und der klare Sieg der Konservativen bei der britischen Parlamentswahl haben die Sorgen zwar gemildert, die anstehenden weiteren Verhandlungen aber dürften kompliziert und zäh werden.

Suche nach Rendite-Oasen

Dekabank-Experte Kater formulierte es so: "2020 wird zeigen, ob sich die Sonne gegen den geopolitischen Nebel durchsetzen kann." Ebenso spannend bleibe auch der Konjunkturverlauf: Wird es im neuen Jahr gelingen, die Weltkonjunktur zu stabilisieren und wieder mehr Schwung in die Weltwirtschaft zu bringen?

Wie immer werde es in der ersten Kalenderwoche hierzu erst einmal wenig neue Informationen geben. "Aber eins scheint klar: Die Nullzinsen stehen bereit, das neue Jahrzehnt zu begrüßen und auch ein längeres Stück weit zu begleiten." Anleger müssen sich Kater zufolge also auch 2020 in der Nullzinswüste zurechtfinden und nach Rendite-Oasen suchen. (Mit Material von dpa-AFX)

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