Gespräche über eine mögliche Übernahme des Rohstoffriesen Glencore durch den größeren Konkurrenten Rio Tinto sorgen aktuell an den Weltbörsen für Schlagzeilen. Schließlich könnte dadurch ein Bergbau-Gigant mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 200 Milliarden US-Dollar entstehen. In das Blickfeld der Marktteilnehmer gerät heute auch die BHP Group.
Die Anteilscheine des australischen Konzerns, der aktuell der weltgrößte Kupferproduzent ist, geben im heutigen Handel etwas nach. Dies ist durchaus nachvollziehbar, schließlich hatten die Dividendentitel in den vergangenen Wochen knapp 20 Prozent zugelegt, was sie für Gewinnmitnahmen anfällig macht.
Hinzu kommen offenbar aber auch Befürchtungen, dass BHP auf einen Merger der beiden Konkurrenten reagieren könnte und selbst wieder eine größere Übernahme tätigen könnte. Dies wiederum würde den Kurs dann – zumindest kurzfristig – belasten. Experten des Analysehauses Jefferies erinnern an den jüngsten Übernahmeversuch von BHP und halten diverse weitere Deals innerhalb der Branche für möglich: „BHP wollte die Kupfervorkommen von Anglo. Anglo wollte und wird unserer Meinung nach wahrscheinlich die Kupfervorkommen von Teck erhalten. Und Rio erwog eine Transaktion mit Glencore, vermutlich um Einfluss auf die Kupfervorkommen und Kupfer-Wachstumsprojekte von Glencore zu erhalten.“
Natürlich wird im Zuge derartiger Mega-Deals immer wild spekuliert. Anleger sollten sich davon unbeeindruckt zeigen. Die BHP Group ist breit und strategisch sinnvoll aufgestellt, sodass man auch einem noch stärkeren Rivalen, bestehend aus Rio Tinto und Glencore, die Stirn bieten kann. Ohnehin deutet sich gerade im Kupfermarkt an, dass die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteigen dürfte. Die Kasse bei BHP dürfte daher weiter klingeln. Angesichts der sehr soliden Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von fast 50 Prozent wäre indes aber auch eine kleinere Übernahme problemlos stemmbar. Die BHP-Aktie bleibt nach wie vor ein Kauf (Stoppkurs: 18,50 Euro).
09.01.2026, 11:54