08.11.2013 Michael Herrmann

ProSiebenSat.1: Ungerechtfertigtes Blutbad

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DAX
Trendthema

Die Aktie des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 kam gestern kräftig unter die Räder. Zeitweise ging es über sieben Prozent nach unten. Auch heute sind die Vorzeichen rot. Analysten lässt das kalt. Sie haben ihre Kursziel zum Teil sogar erhöht - und zwar völlig zu Recht.

Rekordergebnisse bei Umsatz und Gewinn - das ist normalerweise der Boden für Kursgewinne. Bei ProSiebenSat.1 haben die gestrigen Rekordzahlen dennoch einen Kursrutsch ausgelöst. Analysten sind deutlich zuversichtlicher als die Anleger. Das japanische Analysehaus Nomura hat die Einstufung für ProSiebenSat.1 auf "Neutral" mit einem Kursziel von 35 Euro belassen. Die aktuellen Investitionen des Medienunternehmens belasteten zwar die Gewinne. Das solide Zahlenwerk zum dritten Quartal habe laut Analyst William Mairs jedoch dank des starken Werbemarkts in Deutschland etwas über seinen Erwartungen gelegen.

Jetzt Luft bis 40 Euro

Die HSBC hat die Zahlen sogar genutzt, um ihre Kursziel für ProSiebenSat.1 von 38 auf 40 Euro anzuheben. Die vorgelegten Geschäftszahlen zum dritten Quartal hätten die Erwartung durchweg geschlagen, erläutert die Großbank. Zwar habe der Unternehmensausblick für das Wachstum der Nettowerbeerlöse im vierten Quartal etwas unter den Prognosen gelegen weshalb die HSBC ihre Gewinnschätzungen für 2013 und 2014 leicht nach unten angepasst habe. Gleichwohl rechtfertige dies nicht einen Marktwertverlust von 500 Millionen Euro, kritisieren sie den jüngsten Kursrückgang.

Attraktive Einstiegsgelegenheit

DER AKTIONÄR hat sich bereits positiv zu den zahlen des Medienkonzerns geäußert. ProSiebenSat.1 bleibt einer der attraktivsten Medienkonzerne Europas. Die leicht vorsichtigen Aussagen zum Ergebnis des vierten Quartals rechtfertigen den jüngsten Abverkauf nicht. Anleger sollten den Rücksetzer als attraktive (Nach-)Kaufchance ansehen. Die ProSiebenSat.1-Aktie hat weiter Luft bis 42 Euro.