04.01.2017 DER AKTIONÄR

Plus 177 Prozent: „Kauf von Bitcoin sinnvoll“, so Techexperte im Interview

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Trendthema

Die Kryptowährung Bitcoin haussiert. Gerade wurde die psychologisch wichtige 1.000-Dollar-Marke geknackt. Innerhalb eines Jahres ist der Kurs um atemberaubende 177 Prozent gestiegen. Immer mehr Aktionäre fragen sich: Ist das die Zukunft, soll ich noch aufspringen? Aus aktuellen Anlass folgend das Interview mit Florian Söllner, welches im „Sonderheft Fintech 47/16“ erschienen ist.

Was fasziniert Sie an der neuen, digitalen Fintech-Welt?

Florian Söllner: Die Demokratisierung – das Direkte, Einfache und Effiziente. Jahrhundertealte Strukturen werden aufgebrochen. Du und ich und alle Menschen tauschen Geld aus – ohne den Umweg über Banken. Wir gründen Währungen – ohne einen Staat im Hintergrund ... Doch fangen wir klein an und verbannen endlich die 22-stellige IBAN-Eingabe.

Welche Geschäftsmodelle haben aus Ihrer Sicht das größte Potenzial?

Sehr elegant sind Plattformmodelle. Facebook etwa bringt Menschen zum Austausch von Neuigkeiten und Informationen zusammen. Gelingt es einer Plattform wie LendingClub oder Auxmoney, parallel dazu zu einem Treffpunkt zum Austausch von Geld zu werden, sind die künftigen Gewinne immens: Solche P2P-Plattformen sind Vermittler und besitzen quasi keine eigenen Kreditrisiken. Der Clou dabei sind smarte Algorithmen, welche die Kreditwürdigkeit der Menschen einschätzen. Die künstliche Intelligenz liefert dank Big-Data-Analyse beste Ergebnisse.

Sie haben es für den AKTIONÄR getestet und vor 14 Monaten Geld bei Auxmoney investiert. Funktioniert es?

Anfangs beeindruckt der direkte Kontakt: Ich kann gezielt Menschen Geld geben, deren Story (Autokauf, Firmengründung) ich sympathisch finde. Natürlich ist diese individuelle Analyse zeitaufwendig. Mittlerweile wird das Testkapital automatisch auf eine Vielzahl passender Investments verteilt. Am Ende ist die Performance wichtig: Sie liegt bislang zwischen fünf und neun Prozent bei geringem Rückschlagrisiko – was Peer-to-Peer Lending im Niedrigzinsumfeld zu einer spannenden Alternative macht. Aber: Die Bewährungsprobe in einer breiten Wirtschaftskrise steht noch aus.

Für den Privatkunden verändert sich dank Fintech auch der Bezahlvorgang. Wer macht bei Mobile-Payment das Rennen?

Wie so oft die Schnellen und Mutigen. Deutsche Anbieter wie Yapital oder Valuephone (Edeka, Netto) verhalten sich zu ängstlich: Der Verlust eines Passworts bedeutet hier für den Kunden einen großen Aufwand – während dies Paypal und Co per Mausklick lösen. Vielversprechend ist die Lösung Payback Pay (Partner wie dm oder Rewe). Die Kassiererin und ich waren verblüfft: Handy an den Scanner und schon ist bezahlt. Es ist die schnellste Bezahllösung. Payback ist eine American-Express-Tochter. Doch mit der UMT AG ist eine deutsche Softwarefirma an diesem Projekt beteiligt. Unterm Strich sinken die Markteintrittsbarrieren und Transaktionsgebühren, weswegen Visa und Co Probleme bekommen.

Wir bezahlen künftig per Smartphone – aber womit? Ist Bitcoin eine Alternative?

Zum Bezahlen für das Brötchen an der Kasse noch nicht. Das Handling der Kryptowährung im Alltag und die Akzeptanz sind noch zu gering. Doch ich persönlich betrachte den Kauf einer Mini-Position der digitalen „Währung“ durchaus aus sinnvoll – sofern man es als Versicherungsprämie, ähnlich einer Autoversicherung, gegen einen Totalschaden im klassischen Währungssystem betrachtet. Der Vorteil ist die Begrenzung der Menge an Bitcoin. Das eigentlich Spektakuläre an Bitcoin ist jedoch die zugrunde liegende Blockchain.

Was ist das Besondere daran?

Die Blockchain ermöglicht sichere, einfache und direkte Transaktionen, aber auch Prozesse. Das Spannende: Über die Blockchain können Deals abgewickelt werden, ohne einen vertrauenswürdigen Dritten zu benötigen. Es macht die Welt simpler, sicherer und schneller.

Was bedeutet dies konkret für Aktiengesellschaften oder den Handel der Aktie?

Der Prozess, Aktien zu kaufen, ist für Laien bisher aufwendig und korrekte Informationen über Aktiengesellschaften zu erhalten kompliziert. Die Blockchain kann diese Bremsen lösen – und einen neuen Boom der Märkte auslösen. Am Ende wird Fintech viele alte Hürden beseitigen und den Umgang mit Geld und Aktien vereinfachen. Stellen Sie sich vor: Dank Blockchain-System wird etwa eine Facebook-Aktie selbst zur einer beliebig stückelbaren, effizienten Währung. Künftig genügt ein Klick auf das Smartphone oder ein Sprachbefehl zum Traden.

Welche weiteren Chancen eröffnet die Blockchain für die Märkte?

Bisher erfahren Aktionäre nur am Quartalsende, was währenddessen passiert ist. Die Blockchain könnte eines Tages direkt, live und transparent operative Transaktionen einer Firma abbilden. Das würde das Vertrauen und die Bewertungen erhöhen bzw. die Kapitalkosten senken.

Vielen Dank für das Gespräch

Florian Söllner ist leitender Redakteur bei DER AKTIONÄR. Seine Schwerpunkte sind Internet- und Fintech-Aktien sowie Zukunftstrends. Söllner bewertet in öffentlichen Selbsttests neue Investmentvarianten wie Peer-to-Peer-Lending oder Kryptowährungen. 2012 stellte der Experte auf einer deutschlandweiten Vortragsreihe an Universitäten seinen Contrarian-Ansatz vor, um Investmentchancen beziehungsweise attraktive Start-ups früh zu entdecken. Söllner hatte vor genau einem Jahr prognostiziert: „Wir werden 2016 zweite Welle der Kryptowährung Bitcoin erleben – als digital schnell erreichbaren „sicheren“ Hafen.“

Von 1.000 auf 40.000 Dollar?

Gerade hat Söllner mit Deutschlands Bitcoin-Experten Nummer 1 gesprochen. Seine Kursprognose: „Wenn Bitcoin irgendwann nur zehn Prozent des Wertes allen Goldes hätte, dann müsste sich der Kurs von heutigem Niveau aus vervierzigfachen.“ Die Begründung für dieses Hammerkursziel und das komplette Interview können Sie in der neuen Ausgabe des AKTIONÄR-Spezialbriefes Hot Stock Report lesen. Darin enthalten ist auch ein besonderer Geheimtipp: Eine Aktie, die direkt vom aktuellen Bitcoin-Boom profitiert. Der Chef dieser Firma sagte gerade: „Wenn es so weitergeht, könnte das für alle unsere Aktionäre ein Grund sein, Silvester 2017 eine Flasche Champagner mehr aufzumachen!“

Start-Paket 2017

Söllner will auch 2017 im AKTIONÄR-Spezialbrief Hot Stock Report „ mutig und antizyklisch früh auf neue Investmenttrends setzen“. Wir laden Sie dazu ein: Haben Sie Lust, 2017 Neues auszuprobieren, dann können Sie jetzt den Hot Stock Report testen. Darin enthalten, das Bitcoin-Exklusiv-Interview und der „Bitcoin-Geheimtipp“. Außerdem: Neue Details zum 3D-Highflyer (+107%). Gerade gibt es wieder ein vergünstigtes Probeabo. Hier alle Infos dazu.