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25.06.2019 Michael Schröder

Osram: Wird die Braut für die Übernahme hübsch gemacht?

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Osram

Anhaltend schwache Zahlen und die fehlende Hoffnung auf eine schnelle Besserung haben dafür gesorgt, dass sich der Kurs der Osram-Aktie in den letzten Monaten mehr als halbiert hat. Nach den Gewinnwarnungen hat der Konzern viel Vertrauen verspielt. Heute sorgt die Nachricht über den möglichen Verkauf des schwächelnden Leuchtengeschäfts für steigende Kurse. Aber auch die Übernahme des Konzerns durch Finanzinvestoren ist allem Anschein nach noch nicht vom Tisch.

Die Osram-Problemsparte Siteco wird an die Beteiligungsgesellschaft Stern Stewart Capital verkauft. Einen Kaufpreis für den Bereich, der den Angaben zufolge im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 900 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 200 Millionen Euro erwirtschaftete, nannte das Unternehmen nicht.

Das Geschäft mit der Beleuchtung für Bürogebäude, Fabriken und Straßen litt längere Zeit unter schwindenden Umsätzen, insbesondere in den USA. Zudem schrieb der Bereich über viele Jahre Verluste. Als Konsequenz daraus hatte das Management einen Sparkurs inklusive Stellenabbau eingeläutet und den Verkauf des Leuchten-Servicegeschäfts in den USA beschlossen. Im vergangenen Jahr standen dann operativ schwarze Zahlen zu Buche. Nun ist das Thema vom Tisch.

Vertrauen verspielt

Osram selbst will sich weiterhin von den Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle übernehmen lassen. Allerdings könnte der schon länger angedachte Deal nach einer erneuten Gewinnwarnung des MDax-Konzerns Ende März wackeln. Es war die dritte Prognosesenkung binnen eines Jahres. "Das Vertrauen in den Investment- und Finanzierungscase ist erheblich gesunken", zitierte das Manager Magazin vor Kurzem einen beteiligten Investmentbanker.

Übernahmeangebot zu 36 Euro je Aktie?

Die potenziellen Investoren rechnen seit Wochen einen Kauf von Osram durch. Bereits Mitte Februar hatte Osram ein Interesse der Investoren erstmals öffentlich gemacht. Wegen der schwachen operativen Entwicklung hatten Bain und Carlyle dem Vernehmen nach aber mehr Zeit für die Prüfung der Bücher erbeten. Eine Entscheidung ist noch immer nicht gefallen.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. In Finanzkreisen heißt es, dass Osram von den Finanzinvestoren ein Übernahmeangebot von 36 Euro je Anteilsschein fordern würde. Eine solche Offerte würde Osram insgesamt mit 3,5 Millionen Euro bewerten. Allerdings hätten Bain und Carlyle Probleme, einen solchen Preis bei den finanzierenden Banken durchzusetzen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Die Investoren würden noch in dieser Woche mit Vertretern der Geldhäuser sprechen und voraussichtlich in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie für eine Übernahme von Osram böten.

Osram (WKN: LED400)

Schwache Nachfrage

Der ehemaligen Siemens-Tochter macht die Schwäche in der Autoindustrie sowie im Smartphone-Markt zu schaffen. Die konjunkturelle Abkühlung in China lässt die Lagerbestände wachsen, weswegen die Kunden mit neuen Bestellungen zögern.

Gute Aussichten

Besonders betroffen ist die LED-Sparte Opto Semiconductors, die unter einer erheblichen Unterauslastung der Produktionskapazität leidet. Aber: Das Opto-Geschäft mit Halbleitern für Beleuchtung, Visualisierung und Sensortechnologie dürfte die akute Schwächephase wieder überwinden – auch wenn weiter offen ist, wann.

Eine Osram-Übernahme ist nicht unwahrscheinlich. Die niedrige Bewertung macht den Konzern für Interessenten attraktiv. Allerdings ist derzeit kaum abzuschätzen, ob ein mögliches Angebot tatsächlich von Bain und Carlyle kommen wird, ob diese weiter auf Zeit spielen oder ob sogar andere Interessenten auf der Bildfläche auftauchen. Das Chance-Risiko-Verhältnis für Anleger ist nach wie vor nicht besonders attraktiv. Die Spekulation auf eine Übernahme erscheint sehr heiß – und sollte nur mit einer kleinen Position und einem engen Stopp unter dem Jahrestief gestartet werden.

(Mit Material von dpa-AFX)