Oracle hat seinen selbst gesetzten Finanzierungsrahmen fünf Tage nach dem Investorentag vollständig ausgeschöpft: 86,2 Millionen neue Aktien zu je 116 Dollar und Anleihen über zehn Milliarden Dollar mit Kupons bis 8,65 Prozent. Netto fließen rund 19,9 Milliarden Dollar zu, beide Platzierungen schließen am 4. November. Die Aktie verlor am Montag 8,76 Prozent auf 119,22 Dollar.
Oracle-Aktie: Was kostet das frische Geld?
Der Ausgabepreis liegt 11,2 Prozent unter dem Schlusskurs vom 30. Oktober von 130,67 Dollar, die Zahl der Aktien steigt um rund 2,85 Prozent. Teurer ist die Schuldenseite: Fünf Tranchen laufen von 2029 bis 2046 mit Kupons von sieben bis 8,65 Prozent, das sind rund 777 Millionen Dollar Zinsen pro Jahr. Im Februar hatte Oracle eine Anleihe mit Fälligkeit 2046 noch mit 6,55 Prozent Kupon platziert, jetzt sind es 2,1 Prozentpunkte mehr.
Dahinter steht der Ausbau der Rechenzentren. Zum 31. August wies Oracle Kreditverbindlichkeiten von 125,34 Milliarden Dollar aus, dazu kommen 288 Milliarden Dollar an noch nicht begonnenen Leasingzusagen, fast vollständig für Rechenzentren.
Mehr Kapital will Oracle bis zum Geschäftsjahr 2030 laut eigener Zusage nicht am Markt aufnehmen, Umschuldungen ausgenommen. Der freie Cashflow soll in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028 ins Plus drehen und 2029 mindestens 30 Milliarden Dollar erreichen. Der Investorentag hatte die Aktie am 28. Oktober auf 144,54 Dollar getrieben, seitdem verlor sie 17,5 Prozent. Der Markt hat den Plan gekauft, aber nicht die Rechnung, die fünf Tage später kam.
Die Aktie schloss am 2. November bei 119,22 Dollar und liegt 2,78 Prozent über dem Platzierungspreis von 116 Dollar, der ersten Unterstützung, weil dort die neuen Aktionäre eingestiegen sind. Darunter folgt das Tief vom 28. Juli bei 114,50. Widerstand ist der Schlusskurs vor der Ankündigung bei 130,67 Dollar, der Kurs liegt 8,76 Prozent darunter. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 156,61 Dollar, der Kurs liegt 23,9 Prozent darunter. Fällt die Aktie auf Schlusskursbasis unter 116 Dollar, liegen die neuen Aktionäre im Minus und das Juli-Tief rückt in Reichweite.
Ob der Weg zum positiven Cashflow trägt, zeigen die Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal am 14. Dezember. Fünf Aktien, die nach dem Absturz wieder Fahrt aufnehmen, zeigt der Turnaround-Check im AKTIONÄR 45/26.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Oracle.
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