Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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16.07.2021 Michael Schröder

Old School im Aufwind: Diese Aktie steht neu auf der Empfehlungsliste und hat über 40% Kurspotenzial

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Dürr

Für den Maschinen- und Anlagenbauer Dürr haben sich die Perspektiven wieder aufgehellt. Nach einem von der Coronakrise beeinträchtigten Jahr lief es für den MDax-Konzern aus Baden-Württemberg zuletzt klar besser. Die Erholung schreitet voran, in der zweiten Jahreshälfte peilt Unternehmenschef Ralf Dieter daher auch eine deutliche Umsatzverbesserung an. Immer mehr Analysten heben den Daumen.

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Obwohl es für Dürr bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres wieder aufwärts ging, spürte der Konzern die Pandemie-Folgen deutlich. Umsatz und Profitabilität brachen ein, auch der Auftragseingang sackte ab. Weil Dürr bei den Bestellungen vor allem in der ersten Jahreshälfte 2020 herbe Einbußen hinnehmen musste, hatte das Unternehmen auch zum Auftakt des neuen Jahres noch mit den Auswirkungen zu kämpfen.

Denn die Erlöse gingen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum trotz der insgesamt positiven Zahlen zurück. Dürr begründete dies mit dem schwachen Auftragseingang des ersten Halbjahres, der die Erlöse zeitverzögert beeinträchtige.

Dürr ist einerseits auf Lackieranlagen für die Autoindustrie spezialisiert, hat aber auch Maschinen für die Möbel- und Holzbauindustrie im Programm. Zuletzt beschäftigte der Konzern rund 17 000 Mitarbeiter.

Trotzdem blickt Konzernchef Dieter optimistisch nach vorne. Zumal auch das Ergebnis weiterhin von den umgesetzten Effizienzsteigerungen profitieren soll. Dürr profitierte zum Jahresstart auch von Einsparungen, die das Unternehmen im Zuge der Krise eingeleitet hatte. Zudem spielten dem Maschinen- und Anlagenbauer eine starke Nachfrage im Einzelmaschinengeschäft bei der Konzerntochter Homag, größere Aufträge von Elektrofahrzeug-Herstellern sowie Übernahmen in die Karten.

2021 und in den Folgejahren will Dürr denn auch wieder profitabel wachsen, wenngleich Umsatz und operatives Ergebnis im laufenden zweiten Quartal noch von der Auftragsschwäche aus dem Vorjahr beeinflusst werden dürften. In der zweiten Jahreshälfte sei dann mit einer Verbesserung zu rechnen, hieß es im Mai. Allerdings hatte Dieter bereits bei der Vorlage der Jahresbilanz Ende Februar gesagt, dass trotz der angestrebten Verbesserungen 2021 noch keine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau zu erwarten sei.

Mit einem Kursziel von 49 Euro hat die Privatbank Hauck & Aufhäuser den mit Abstand höchsten Wert auf dem Zettel. Ihr Analyst Christian Glowa verweist darauf, dass die Umsätze des Anlagenbauers im ersten Quartal zwar wie erwartet leicht gesunken seien, doch habe sich der Auftragseingang spürbar erholt. Im Bewertungsmodell berücksichtige er nun etwas höhere Finanzausgaben.

Mit 43 Euro ruft das Analysehaus Kepler Cheuvreux das zweithöchste Kursziel auf und zeigt sich zuversichtlich. Analyst Hans-Joachim Heimbürger attestiert Dürr eine starke Auftragslage, einen grundsoliden Cashflow und eine gute Kostenkontrolle.

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Heute hat die Baader Bank nachgelegt und die Einschätzung von "Add" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 32 auf 42 Euro angehoben. Analyst Peter Rothenaicher nahm die Papiere des Anlagenherstellers zudem auf eine Empfehlungsliste. Die Anfang August anstehenden Quartalszahlen dürften von einem soliden Auftragseingang geprägt sein, vor allem bei der Tochter Homag.

In Sachen Börsenwert kommt Dürr momentan auf eine Marktkapitalisierung von rund 2,4 Milliarden Euro. Damit liegt der Maschinen- und Anlagenbauer im MDAX im hinteren Drittel. Etwas mehr als ein Viertel der Anteile gehören dem Unternehmer und Manager Heinz Dürr, der in den neunziger Jahren unter anderem Bahnchef war. Er ist Enkel des Firmengründers Paul Dürr, der das Unternehmen 1896 gegründet hatte. Heinz Dürr war zwischen 1957 und Ende der 80er-Jahre maßgeblich für die Expansion verantwortlich und brachte das Unternehmen 1990 an die Börse.

Dürr (WKN: 556520)

Von der Rekordmarke von 60,27 Euro, auf die das Papier Anfang November 2017 geklettert war, ist der Kurs damit immer noch meilenweit entfernt. Allerdings beträgt der Abstand zum Tief von rund 1,80 Euro in der Finanzkrise 2009 ebenfalls ein gutes Stück. Im laufenden Jahr steht für die Titel in einem freundlichen Gesamtmarkt lediglich ein Plus von knapp drei Prozent zu Buche. Behalten die Analysten recht, dann dürfte die Aktie in den nächsten Wochen weiter Boden gut machen. Mit dem Sprung über das Jahreshoch bei 37,08 Euro würde ein frisches Kaufsignal generiert.

(Mit Material von dpa-AFX)