Am Wochenende ist die Lage im Iran und im gesamten Nahen Osten eskaliert. Aufgrund der Angriffe auf den Iran, dessen Gegenangriffe sowie der Behinderung von Öltransporten durch die Straße von Hormus, über die knapp 20 Prozent der weltweiten Öltransporte abgewickelt werden, ziehen die Ölpreise kräftig an.
So steigen Brent- und WTI-Öl aktuell um satte 18 Prozent auf 84 beziehungsweise 77 Dollar. Acht Ölförderländer wollen nun ihre Produktionsmengen ab April deutlich stärker anheben als von Analysten ursprünglich erwartet. Insgesamt wird die Tagesproduktion um 206.000 Barrel gesteigert, wie die Kerngruppe des Ölkartells Opec+ nach einer Online-Sitzung mitteilte.
Die Gruppe, die von Saudi-Arabien und Russland angeführt wird, erwähnte den jüngsten Krieg im Nahen und Mittleren Osten mit keinem Wort. Stattdessen wurde die Produktionserhöhung mit dem stabilen Ausblick der globalen Wirtschaftslage und niedrigen Ölvorräten erklärt.
Analysten der Commerzbank hatten eine Erhöhung von etwa 137.000 Barrel erwartet. Zuletzt hatten die acht Staaten ihr Förderziel im Dezember um diese Menge nach oben geschraubt. Im ersten Quartal 2026 sollte die Förderung nicht mehr ausgeweitet werden. Zur Einordnung: Die globale Ölproduktion betrug nach Angaben der Internationalen Energieagentur zu Jahresbeginn 106,6 Millionen Barrel pro Tag. Nach Angaben einer iranischen Nachrichtenagentur haben Irans Revolutionsgarden den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nach Beginn der Angriffe auf den Iran eingeschränkt. Nach staatlichen Angaben aus dem Oman wurde im Bereich der Meeresenge ein Öltanker angegriffen.
Die Staaten der Opec+ könnten zwar Ausfälle aus dem Iran ausgleichen, doch sie haben nicht genug freie Produktionskapazitäten, um eine Hormus-Blockade wettzumachen, warnten die Analysten der Commerzbank kurz vor Beginn der jüngsten Eskalation.
Die Ölpreise ziehen kräftig zu. Dementsprechend sollten im heutigen Handel Energieaktien gefragt sein. Allerdings ist es hier wichtig, eher auf Unternehmen zu setzen, die kaum oder im Idealfall gar nicht im Nahen Osten aktiv sind. Dazu zählen auf der Empfehlungsliste des AKTIONÄR aktuell etwa OMV, Repsol und Eni. Die drei Aktien sind zuletzt bereits gut gelaufen und allesamt immer noch günstig bewertet. Die drei Dividendenperlen bleiben daher weiterhin attraktiv. Die Stoppkurse sollten hier zur Gewinnsicherung zunächst auf 41,00 Euro (OMV), 13,50 Euro (Repsol) sowie 14,00 Euro (Eni) nachgezogen werden.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 06:51