21.04.2020 Thobias Quaß

Nvidia: Nächste Schlappe im Cloud-Gaming-Streit – was jetzt noch Hoffnung macht

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Nvidia

Noch mehr Spiele können nicht über Nvidias Gaming-Cloud GeForce NOW gespielt werden. Mit Microsofts Xbox Game Studios, Warner Bros. Interactive Entertainment und Codemasters lassen drei weitere große Entwickler ihre Titel aus dem Katalog streichen. Dafür bekräftigt Ubisoft seine Unterstützung. Nun ändert Nvidia seine Strategie.

Mit Titeln wie Halo (Microsoft), Mortal Kombat (Warner Bros’) oder Formel 1 (Codemasters) verliert Nvidia noch mehr Top-Games. Allerdings seien weiterhin 30 der Top-40-Spiele der Spieleplattform Steam auf GeForce NOW verfügbar, sagte Nvidias Cloud-Chef Phil Eisler. Außerdem stellt Ubisoft alle Assassin’s Creed- und Far Cry-Spiele für die Gaming-Cloud zur Verfügung. Dank dieser können Spieler ihre online gekauften Titel auch auf älteren Geräten nutzen. Es wird lediglich eine Internetverbindung benötigt. Nvidia stellt die eigentliche Hardware-Power zur Verfügung und verdient durch ein Abo-Modell. An diesen Einnahmen wollen viele Hersteller beteiligt werden.

Anders als beim Konkurrenten Google Stadia müssen die Gamer die Spiele nicht erneut kaufen, um sie über Nvidias Cloud auf mehreren Geräten spielen zu können. Spieler werden also nicht im Zweifel doppelt zur Kasse gebeten. Das führt allerdings zu den derzeitigen Lizenzproblemen mit den Entwicklern, mit denen sich Nvidia aber nach eigenen Angaben im Gespräch befindet.

Um weitere kurzfristige Streichungen von Top-Games aus dem Katalog zu verhindern, arbeitet Nvidia zudem mit den Online-Gameshops an einer Lösung, direkt beim Erwerb eines Videospiels anzuzeigen, ob GeForce NOW unterstützt wird. Bis Ende Mai könne es aber noch zu Entfernungen von Spielen kommen, so Eisler.

Nvidia (WKN: 918422)

Nvidia gibt keine genaue Nutzerzahl für GeForce NOW an, aber die Neuregistrierungen sollen in die Millionen gehen. Damit sichert sich der Halbleiterspezialist ein großes Stück vom Cloud-Gaming-Zukunftsmarkt: Dieser soll nach Expertenschätzungen von rund 300 Millionen Dollar 2019 auf über drei Milliarden Dollar bis 2024 wachsen. Umso wichtiger ist, dass der Konzern an einer Lösung arbeitet, um zukünftig Games im Katalog zu halten.

Nvidia erhält durch die gestiegene Spielelust während der Pandemie und strategische Zukäufe Rückenwind. Der Cloud-Gaming-Streit dürfte früher oder später beigelegt werden. Schließlich verkaufen die Hersteller bislang kein Spiel weniger und profitieren letztendlich, wenn auch Menschen ohne teure Hardware ihre Spiele zocken können. DER AKTIONÄR bleibt bullish und rät zum Einstieg.

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Nvidia.