24.04.2020 Andreas Deutsch

Nestlé: Top-Geschäfte dank #stayathome

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Nestlé

Die Hamsterkäufe wegen der Corona-Pandemie haben dem Lebensmittelkonzern Nestlé im ersten Quartal ein überraschend kräftiges Absatzplus beschert. Wie sich das Geschäft weiter entwickelt, wagt die Konzernspitze allerdings nicht wirklich einzuschätzen. Die Anleger sind dennoch zufrieden – die Aktie legt zu.

Auch wenn es zu früh sei, die vollen Auswirkungen von Covid-19 zu beurteilten, „halten wir an unserem ursprünglichen Ausblick für das Gesamtjahr 2020 vorläufig fest", gab Nestlé am Freitag bekannt.

Mit seiner breiten Produktpalette profitierte der Konzern in der Corona-Krise bisher davon, dass sich Menschen in vielen Ländern in Europa und Nordamerika angesichts von Ausgangssperren und Kontaktverboten mit Vorräten eindeckten.

In den ersten drei Monaten des Jahres legte das Nestlé-Geschäft stärker zu als von Experten erwartet. Vor allem Fertiggerichte, Kaffee und Heimtierbedarf waren gefragt, ebenso Produkte aus dem Gesundheitssegment. Süßwaren und Speiseeis verkauften sich hingegen weniger gut.

Überall hätten sich die Verkäufe vom Außer-Haus-Konsum zum Heimkonsum verschoben, hieß es. So haben Restaurants in vielen Ländern noch immer geschlossen.

Die Erlöse bei Nestlé Professional, Wasserprodukten und den Nespresso-Boutiquen gingen den Angaben zufolge deutlich zurück, während der Online-Handel um fast 30 Prozent anzog und erstmals mehr als zehn Prozent des Konzernumsatzes erreichte.

Eine neue Prognose für 2020 traut sich die Konzernführung zwar noch nicht zu. Doch es spricht einiges dafür, dass Nesté weiter zu den Profiteuren der Krise gehören wird. Es ist nämlich schwer vorstellbar, dass die Leute in den kommenden Monaten in Scharen in Restaurants essen werden. Plexiglaswände, auseinandergeschobene Tische, Mundschutz beim Kellner – da kommt keine richtige Gemütlichkeit auf. Also werden viele Menschen lieber zu Hause bleiben und selbst kochen. Ergo: Angesichts dieses Trends geht das 2021er-KGV von 23 für Nestlé in Ordnung – die Aktie bleibt ein konservativer Top-Tipp.  

(Mit Material von dpa-AFX)