Die Aktie von Munich Re steht am Donnerstag unter Druck. Belastet wird der DAX-Wert auch von schwachen Vorgaben aus der Branche: Ein Konkurrent hat Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Die Aktie geriet daraufhin unter Druck. Droht nun bei Munich Re am Dienstag eine ähnliche Zahlenenttäuschung?
Swiss Re hat Zahlen vorgelegt – und fallen bei den Anlegern durch. Die Aktie verliert im frühen Handel rund vier Prozent. Doch bei genauerem Hinsehen ist das Zahlenwerk des Schweizer Rückversicherers kein echter Schock.
Auf den ersten Blick wirkt die Reaktion nachvollziehbar. Swiss Re enttäuschte beim Brutto-Versicherungsumsatz. Dieser sank leicht von 10,41 auf 10,03 Milliarden Dollar und lag damit unter den Erwartungen. Vor allem im Schaden- und Haftpflichtgeschäft fiel der Versicherungsumsatz schwächer aus als erhofft. Barclays zeigte sich entsprechend enttäuscht.
Doch ein echter Fehlstart sieht anders aus. Unter dem Strich hat Swiss Re deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Der Nettogewinn kletterte im ersten Quartal um 19 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Analysten hatten nur mit 1,2 Milliarden Dollar gerechnet. Geholfen haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer weniger Naturgroßschäden, ein solides Kapitalanlageergebnis und positive Beiträge aus allen Geschäftssparten.
Auch Konzernchef Andreas Berger gab sich zufrieden. Zudem bestätigte er die Ziele für 2026. Finanzchef Anders Malmström verwies allerdings auf zusätzliche Rückstellungen für mögliche inflationäre Folgen des anhaltenden Nahostkonflikts. Zudem sehen Analysten von JPMorgan erste Spuren eines nachlassenden Rückversicherungsmarktes. Genau dieser Punkt dürfte Anleger derzeit besonders beschäftigen.
Für Munich Re ist das aber nicht zwangsläufig ein schlechtes Omen. Auch bei den Münchenern war zuletzt klar: Nach sehr starken Jahren normalisiert sich das Preisumfeld in der Schaden-Rückversicherung. Gleichzeitig bleibt die Profitabilität hoch.
Munich Re hatte 2025 einen Rekordgewinn von 6,1 Milliarden Euro erzielt und das Gewinnziel erneut übertroffen. Für 2026 peilt der Konzern weiter einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an. Zudem haben die Münchner in der Vergangenheit schon öfter gezeigt, dass sich ihre Geschäfte besser als beim Schweizer Konkurrenten entwickeln können.
Der Blick auf die Quartalszahlen am Dienstag (12. Mai) wird nun aber noch spannender. Anleger dürften vor allem auf drei Punkte achten: die Entwicklung der Großschäden, die Preisdynamik in der Rückversicherung und Aussagen zum Jahresziel. Sollte Munich Re hier keine negativen Überraschungen liefern, könnte das der Aktie sogar wieder positive Impulse verleihen.
Swiss Re patzt an der Börse, aber nicht wirklich bei den Zahlen. Die Reaktion belastet zwar kurzfristig auch Munich Re und Hannover Rück. Für die anstehenden Zahlen von Munich Re am 12. Mai ist das aber kein schlechtes Vorzeichen. Die Aktie bleibt ein attraktiver Qualitätswert im Versicherungssektor.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 11:01