Bei den Rückversicherern rückt die anlaufende Berichtssaison immer stärker in den Fokus. Nachdem zuletzt vor allem die erheblichen Währungseffekte auf das erste Quartal 2026 das große Thema waren, legt nun RBC nach. Die kanadische Bank traut Europas Rückversicherern zwar ein überdurchschnittliches erstes Quartal zu, wird für die Zeit danach aber vorsichtiger.
Für Munich Re hat RBC-Analyst Ben Cohen das Kursziel von 570 auf 560 Euro gesenkt und die Einstufung „Sector Perform“ bestätigt. In seinem am Donnerstag vorliegenden Ausblick auf die Berichtssaison erhöhte er zugleich seine Ergebnisprognosen für Europas Rückversicherer für 2026 um rund ein Prozent. Cohen geht also kurzfristig von einem starken Jahresauftakt aus. Für die Folgejahre kappte er seine Schätzungen allerdings um bis zu drei Prozent.
Damit setzt RBC einen etwas anderen Akzent als zuletzt Barclays. Während dort die Währungseinflüsse und eine schwächere April-Erneuerungsrunde im Mittelpunkt standen (siehe hier), verweist RBC nun stärker auf ein kurzfristig robustes erstes Quartal. Die Botschaft ist dennoch ähnlich: Der Jahresstart dürfte ordentlich ausgefallen sein, der Blick nach vorne wird aber etwas vorsichtiger.
Auch bei den Wettbewerbern bleibt RBC zurückhaltend. Für Hannover Rück wurde das Votum „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 280 Euro bestätigt. Für Swiss Re bleibt RBC sogar bei „Underperform“ und einem Kursziel von 118 Franken. Das zeigt: Trotz ordentlicher Perspektiven für das erste Quartal sieht die Bank im Sektor derzeit nur begrenztes Aufwärtspotenzial.
RBC sieht ein starkes erstes Quartal, wird beim Blick auf die kommenden Jahre aber vorsichtiger. Das passt ins Bild eines Sektors, der operativ solide dasteht, bei dem die ganz großen positiven Überraschungen aber schwerer werden. Für den AKTIONÄR ändert sich am Gesamtbild dennoch wenig. Munich Re ist unter den großen Rückversicherern unverändert der Favorit und ein Kauf. Es spricht weiter vieles für den Qualitätsführer des Sektors. Der Weltmarktführer überzeugt mit seiner starken Marktstellung, hoher Kapitalstärke und robuster Gewinnqualität.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
16.04.2026, 10:11