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Munich Re: Die 100‑Milliarden‑Dollar‑Hürde

Munich Re: Die 100‑Milliarden‑Dollar‑Hürde
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Michael Herrmann Heute, 07:57 Michael Herrmann

Die Aktie von Munich Re steht weiter im Spannungsfeld aus günstiger Bewertung, attraktiver Dividende und wachsendem Preisdruck in der Rückversicherung. Eine aktuelle Einschätzung von Jefferies zeigt nun: Für eine spürbare Trendwende am Markt bräuchte es einen sehr großen Schadenfall.

Das Wichtigste kurz und knapp

• Preisdruck hält an: Bei den Juni-Erneuerungen fielen die Preise in der Sach-Katastrophen-Rückversicherung um 15 bis 20 Prozent.

• Hohe Schwelle: Laut Jefferies wäre wohl ein Schadenereignis von mehr als 100 Milliarden US-Dollar nötig, um den Rückversicherungsmarkt grundlegend zu drehen.

• Eine ruhige Hurrikansaison könnte Munich Re operativ helfen, würde aber den Preisdruck eher verlängern.

Die Experten des Analysehauses Jefferies gehen davon aus, dass ein Schadensereignis von mehr als 100 Milliarden US-Dollar nötig wäre, um die Bedingungen im Rückversicherungsmarkt nachhaltig zu verändern. Hintergrund ist der deutliche Preisrückgang bei den Juni-Erneuerungen: In der Sach-Katastrophen-Rückversicherung seien die Preise um 15 bis 20 Prozent gefallen.

Kurzfristig spreche wenig für eine schnelle Entspannung. Jefferies verweist auf Prognosen für eine unterdurchschnittliche Hurrikansaison im Nordatlantik. Die Bedingungen deuteten aktuell auf eine geringere Aktivität hin. Dazu zählen nahe am Durchschnitt liegende Wassertemperaturen im westlichen Atlantik sowie kühlere Temperaturen im östlichen und zentralen tropischen Atlantik, wo viele Stürme entstehen.

Hinzu kommt der erwartete Übergang von schwachen La-Niña-Bedingungen zu El Niño. Meteorologen der Colorado State University erwarten auch deshalb mit eine unterdurchschnittliche Hurrikansaison.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwerer Hurrikan auf die USA trifft, wird nur auf 24 Prozent geschätzt. Der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts lag bei 43 Prozent. Für einen schweren Hurrikan in der Karibik liegt die Wahrscheinlichkeit bei 26 statt 47 Prozent.

Für Rückversicherer wie Munich Re ist das ein zweischneidiges Signal. Eine ruhige Hurrikansaison würde zwar die Schadenbelastung begrenzen und die Kapitalbasis stützen. Zugleich würde das aber den Preisdruck eher verlängern.

Jefferies erwartet selbst bei größeren Hurrikanschäden keine größere Verbesserung der Marktbedingungen für die Rückversicherer. Dafür seien die Gewinnrücklagen der Anbieter in den vergangenen Jahren zu stark gewachsen.

Sollte die Hurrikansaison glimpflich verlaufen, dürften viele Rückversicherer mit überschüssigem Kapital aus dem Jahr gehen. In diesem Fall rechnet Jefferies ab dem vierten Quartal 2026 mit zusätzlichen Aktienrückkäufen.

Munich Re (WKN: 843002)

Die Jefferies-Einschätzung unterstreicht das aktuelle Problem der Munich-Re-Aktie: Fundamental bleibt der Rückversicherer stark und Bewertung und Dividende sind attraktiv, doch im Markt fehlt kurzfristig der Auslöser für eine nachhaltige Erholung. Erst ein deutlicher Stimmungswechsel bei den Rückversicherungspreisen oder klare charttechnische Stabilisierungssignale würden das Bild stark genug aufhellen, um wieder einen Kauf zu rechtfertigen. Welche Marken hierbei besonders wichtig sind, lesen Anleger hier.

FAQs:

Zahlt die Munich Re Dividende?

Ja. Munich Re zählt zu den verlässlichen Dividendenzahlern im DAX. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde die Dividende auf 24,00 Euro je Aktie angehoben. Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 2,25 Milliarden Euro.

Wie stark ist die Marktposition von Munich Re?

Munich Re gehört zu den weltweit führenden Rückversicherern. Nach eigenen Angaben steht der Konzern seit 2010 fast durchgehend auf Platz eins der größten globalen Rückversicherungsgruppen. Das Kerngeschäft ist die Absicherung großer Risiken für Erstversicherer, ergänzt durch das Erstversicherungsgeschäft von Ergo.

Wie solide ist die Munich Re finanziell aufgestellt?

Sehr solide. Die Solvenzquote lag Ende März 2026 bei 292 Prozent und damit deutlich über dem eigenen Zielwert von mehr als 200 Prozent. Das gibt der Munich Re Spielraum für Wachstum, Dividenden und Aktienrückkäufe – auch wenn Großschäden und Kapitalmarktschwankungen kurzfristig belasten können.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.

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