Munich Re hat bereits Ende letzter Woche vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und damit die Erwartungen klar übertroffen. Als Grund verwies der Rückversicherer vor allem auf die geringe Großschadenbelastung. Dazu passt der heute veröffentlichte Naturkatastrophenbericht. Er beinhaltet aber auch eine Warnung.
Kurz und knapp
Der nun veröffentlichte Naturkatastrophenbericht von Munich Re bestätigt dieses Bild. Im ersten Halbjahr verursachten Naturkatastrophen demnach weltweit Schäden von rund 112 Milliarden Dollar. Davon waren dem Rückversicherer zufolge 44 Milliarden Dollar versichert.
Die Schäden lagen damit leicht unter dem Zehnjahres- und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. Für die Versicherungsbranche verliefen die ersten sechs Monate damit vergleichsweise glimpflich. Mit Sorge blickt Munich Re nun aber auf die zweite Jahreshälfte.
Größter Schadentreiber im ersten Halbjahr waren schwere Gewitter in den USA. Von 30 Milliarden Dollar an Gewitterschäden waren 22 Milliarden Dollar versichert. Insgesamt summierten sich die Schäden in Nordamerika auf 47 Milliarden Dollar, davon entfielen 34 Milliarden Dollar auf die Versicherer.
Das Wetterphänomen El Niño dürfte nach Einschätzung des Konzerns in vielen Weltregionen für stärkere Extreme sorgen. „Es ist eine gefährliche Mischung: Zur fortschreitenden Erderwärmung steuert die Welt auch noch auf einen Super-El-Niño zu, der zusätzlich aufheizt“, so Chefklimatologe Tobias Grimm. „Die Auswirkungen werden in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich deutlich zu spüren sein.“
Typischerweise drohen in Australien, Mittelamerika und im Südwesten Afrikas mehr Trockenheit und Waldbrände. Im Westen Südamerikas, in Teilen Brasiliens und im Südwesten der USA steigt dagegen das Risiko heftiger Regenfälle und von Sturzfluten. Zudem nimmt die Taifun-Aktivität im Nordpazifik meist zu. Aber: Die für die Rückversicherer besonders wichtige Hurrikansaison im Nordatlantik dämpft El Niño eher.
Munich Re hat ein weiteres starkes Halbjahr hinter sich. Die geringe Großschadenbelastung hat dabei geholfen, zugleich soll der Verweis auf grundsätzlich steigende Klimarisiken die Argumentation für weitere Preiserhöhungen stärken. Für Anleger ändert sich durch den heutigen Bericht nichts, zumal es für das zweite Halbjahr gute Gründe für wie auch gegen ein erneut niedriges Katastrophenhalbjahr gibt. Die Aktie bleibt ein attraktives Basisinvestment im Versicherungssektor.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
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