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Micron‑Rivale Samsung: Das ist gar nicht gut

Micron‑Rivale Samsung: Das ist gar nicht gut
Foto: CFOTO/picture alliance/dpa
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Jan-Paul Fóri Heute, 07:02 Jan-Paul Fóri

Samsung hat ein Problem: Ab dem morgigen Donnerstag stehen beim südkoreanischen Techgiganten die Bänder still. Grund: Das Unternehmen konnte sich bei Lohnverhandlungen nicht mit der Gewerkschaft einigen. Die Folge ist ein massiver Streik: 47.000 Mitarbeiter legen die Arbeit nieder. Für Samsung kommt die Arbeitsniederlegung zur Unzeit.

• 47.000 Mitarbeiter legen die Arbeit nieder, Samsung droht Produktionschaos

• Streik trifft Chipriesen mitten im Kampf gegen Micron, TSMC und Apple

• Analysten warnen vor neuen Engpässen bei KI-Speicherchips und steigenden Preisen

Nachdem die Lohnverhandlungen zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft gescheitert sind, wird Samsung ab dem morgigen Donnerstag bestreikt. Zuvor hatten die Arbeitgeberseite und Arbeitnehmervertreter über das erfolgsabhängige Bonussystem des Chip-Riesen erbittert gestritten. Wie DER AKTIONÄR berichtete, hatte die Gewerkschaft zuvor eine Bonuszahlungen in Höhe von 15 Prozent des operativen Gewinns gefordert. Das Management von Samsung hatte die Forderung indes als  „überzogen“ zurückgewiesen. 

Streik kommt zur Unzeit

Für Samsung sind es ohnehin schwierige Zeiten: Der Techgigant ringt einerseits im wichtigen High-Bandwidth-Memory-Markt mit dem US-Konzern Micron und dem Auftragsfertiger TSMC um Marktanteile. Andererseits muss Samsung zusehen, dem iPhone-Konzern Apple weiter Paroli zu bieten. Für zusätzliche Belastung könnte der Nahostkonflikt sorgen, wenn es zu einem Engpass bei dem für die Chipbranche wichtigen Edelgas Helium kommt. In diesem Umfeld kann das Unternehmen einen Streik überhaupt nicht gebrauchen. 

Analysten rechnen damit, dass durch den Streik bei Samsung bis zu drei Prozent der weltweiten Speicherchip-Produktion beeinträchtigen könnte. In einem Markt, der wegen des KI-Booms ohnehin von einer Angebotsknappheit geprägt ist, dürfte dies den Nachfrageüberhang nur noch vergrößern. Als Gewinner dieser Entwicklung gelten TSMC und Micron, die ihrerseits wegen des Chipmangels höhere Preise bei den Kunden durchsetzen können. 

Samsung Electronics (WKN: 896360)

Die Samsung-Aktie gerät wegen des Streiks am Mittwochmorgen an der Heimatbörse in Seoul zeitweise um drei Prozent unter Druck. Noch ist allerdings offen, ob der Ausstand tatsächlich wie geplant stattfinden wird. 

Nach südkoreanischem Recht kann das Arbeitsministerium in letzter Minute noch eine sogenannte „Notfallanpassung“ anordnen. In diesem Fall würde der Streik für 30 Tage ausgesetzt, sofern die nationale Wirtschaft oder das öffentliche Leben ernsthaft gefährdet sind. Angesichts der enormen Bedeutung Samsungs für den globalen Halbleitermarkt erscheint ein solcher Eingriff durchaus möglich. Bei Samsung drängt sich aktuell, anders als bei diesen Chipaktien, kein Einstieg auf. 

DER AKTIONÄR 21/2026
Quelle: Börsenmedien AG

FAQs zu Samsung

1. Wie verdient Samsung eigentlich sein Geld?

Samsung ist weit mehr als nur ein Smartphone-Hersteller. Der Konzern erzielt einen Großteil seiner Gewinne mit Halbleitern, insbesondere Speicherchips wie DRAM- und NAND-Produkten. Diese werden in Smartphones, Rechenzentren, PCs und KI-Servern eingesetzt.

2. Warum gilt Samsung als zentraler Player in der Chipindustrie?

Samsung zählt neben TSMC und Intel zu den wichtigsten Halbleiterkonzernen der Welt. Das Unternehmen entwickelt und produziert sowohl Speicherchips als auch moderne Prozessoren und gehört zu den wenigen Konzernen, die Chips in den fortschrittlichsten Fertigungsverfahren herstellen können.

3. Welche bekannten Produkte gehören zu Samsung?

Neben den Galaxy-Smartphones produziert Samsung Fernseher, Haushaltsgeräte, Displays, Speicherchips und Sensoren. Zudem beliefert der Konzern zahlreiche andere Tech-Unternehmen mit wichtigen Komponenten – darunter auch Konkurrenten wie Apple oder den Chip-Branchenprimus Nvidia.

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