Fast 9 Prozent Minus nach Zahlen – und jetzt erst einmal Ruhe. Die Meta-Aktie war am Donnerstag deutlich unter Druck geraten, nachdem der Konzern seine Investitionspläne für Künstliche Intelligenz weiter hochgeschraubt hatte. Zum Wochenschluss stabilisiert sich der Kurs zumindest und rutscht nicht weiter ab. Und nun?
Operativ lieferte Meta eigentlich stark. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 33 Prozent auf 56,31 Milliarden Dollar und lag damit über den Erwartungen. Auch der Gewinn fiel besser aus als prognostiziert. Vor allem das Werbegeschäft überzeugte weiter mit hoher Dynamik.
Der Auslöser für den Kursrutsch liegt an anderer Stelle. Meta hebt die Investitionen weiter an. Die geplanten Ausgaben für Rechenzentren, Chips und Infrastruktur steigen auf 125 bis 145 Milliarden Dollar. In Analystenkreisen ist folgerichtig die Rede von einem soliden Quartal, überschattet von höheren Investitionen.
Dazu passt die nächste Nachricht: Meta hat Anleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar platziert. Die Nachfrage war zwar hoch, doch Investoren verlangten höhere Risikoprämien als bei der vorigen Emission. Das zeigt: Der Markt finanziert Metas KI-Wette weiter, aber nicht mehr ganz so sorglos.
Noch eine Zukunftswette
Meta hat zudem das Robotik-KI-Startup Assured Robot Intelligence übernommen. Die Technologie soll beim Aufbau humanoider Roboter helfen. Meta baut damit an der nächsten großen Plattform – weit über Facebook, Instagram und WhatsApp hinaus.
Das sorgt für Skepsis. Investoren stellen zunehmend die Frage, wann sich die massiven KI-Investitionen auszahlen. JPMorgan verweist auf fehlende Sichtbarkeit bei neuen KI-Produkten und stuft die Aktie ab. Auch Zuckerberg lieferte auf der Telefonkonferenz offenbar nicht die Klarheit, die der Markt hören wollte.
Es gibt aber auch Gegenstimmen. Einige Experten sehen den Kursrückgang als überzogen. Das operative Geschäft läuft stark, die Margen bleiben hoch. Auch CNBC-Moderator Jim Cramer mahnt zur Ruhe: Man solle sich vom Rücksetzer nicht aus der Aktie drängen lassen.
Es bleibt vorerst das bekannte Bild: Meta wächst stark, investiert aggressiv und spaltet damit den Markt. Am Freitag gibt es im US-Handel zumindest keinen weiteren Abverkauf. Das ist noch keine Entwarnung, aber ein erster Halt.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Meta.
Heute, 21:55