08.04.2019 Marion Schlegel

Merck KGaA: Übernahme zum Greifen nahe - das müssen Sie jetzt wissen!

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Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA könnte sich im Tauziehen um den US-Halbleiterzulieferer Versum Materials durchsetzen. Der DAX-Konzern habe eine verbesserte Offerte nachgelegt und biete nun 53 US-Dollar je Aktie, teilte Versum am Montag mit. Nach Konsultationen mit seinen Rechtsberatern habe die Versum-Führung entschieden, dass die Merck-Offerte dem Angebot des US-Spezialchemiekonzerns Entegris überlegen sei, verkündete der Konzern weiter.

Die Versum-Spitze wolle nun den mit Entegris ausgehandelten Fusionsvertrag kündigen und sich zu einer Übernahme durch Merck verpflichten, worüber der US-Konzern bereits informiert worden sei. Der Spezialchemiekonzern bekommt aber noch die Chance, seinerseits nachzubessern. Die Frist für mögliche Änderungen am bisherigen Angebot ende für Entegris am 11. April, hieß es von Versum. Sollte Versum die Vereinbarung mit Entegris beenden, würde den Angaben zufolge eine Gebühr von 140 Millionen Dollar fällig.

Versum hatte sich im Januar mit Entegris auf eine Übernahme in einem Aktiendeal geeinigt und zunächst das reine Barangebot von Merck abgelehnt. Der DAX-Konzern hatte sich daraufhin zu einem feindlichen Übernahmeversuch entschlossen und die Versum-Aktionäre zur Ablehnung der Entegris-Offerte aufgerufen. Zuletzt hatte das Versum-Management aber bereits eingelenkt. Merck hatte zunächst 48 Dollar je Aktie geboten.

Die Aktie von Merck reagiert durchaus freundliche auf die Nachricht. Der Wert gewinnt 0,2 Prozent auf 102,40 Euro und ist damit einer von nur acht DAX-Unternehmen am heutigen Montag mit einem positiven Vorzeichen. DER AKTIONÄR empfiehlt bereits investierten Anlegern an Bord zu bleiben. Ein etwaiger Kauf von Versum birgt aber, insbesondere nachdem die geplante Übernahme nun auch noch teurer wird, durchaus Risiken. Bestehende Positionen sollten deswegen in jedem Fall mit einem auf 87 Euro nachgezogenen Stopp abgesichert werden.

(Mit Material von dpa-AFX)