Mercedes-Benz erwartet für 2026 schwierigere Marktbedingungen als bislang angenommen. Laut US-Chef Adam Chamberlain haben sich das Umfeld und die Nachfrage bereits zu Jahresbeginn spürbar eingetrübt, vor allem wegen hoher Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Belastend wirken sich derzeit vor allem die US-Zölle auf importierte Fahrzeuge für Mercedes aus, die die Kosten erhöhen und auf die Margen drücken. Preiserhöhungen fielen bislang mit plus 1,3 Prozent moderat aus. Gleichzeitig investiert Mercedes allerdings kräftig in den US-Markt. Bis 2030 sollen vier Milliarden Dollar in das Werk Alabama fließen, um die Produktion auszubauen und den Absatz von rund 300.000 auf 400.000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern.
Wachstum soll zudem durch neue Modelle wie überarbeitete SUVs und Hybridvarianten kommen. Problematisch bleibt neben dem US-Markt auch die schwache Entwicklung in China, wo zuletzt die erhoffte Erholung für Mercedes-Benz ausgeblieben ist.
„Die neue strategische Ausrichtung sowie die aktuelle US-Zollpolitik belasten sowohl die Entwicklung in 2026 als auch die mittelfristigen Aussichten", schrieb DZ Bank-Analyst Michael Punzet in seiner neuesten Studie. Das Kursziel senkte der Experte von 64 auf 60 Euro, seine Kaufempfehlung behielt der Experte bei. Positiv wertet er den angestrebten Teilverkauf des Daimler-Truck-Anteils und die bestätigte Aktienrückkaufpolitik. Die Stuttgarter strebten im schwierigen Umfeld einen attraktiven Ertrag für ihre Aktionäre an.
Europas Automobilhersteller seien Jahre hinter denen Chinas zurück in puncto Software-definierte Fahrzeuge, smarte Cockpits und Elektrifizierung, schrieb Stephen Reitman vom US-Analysehaus Bernstein Research in einer Studie. Neue Modellreihen wie MB.OS von Mercedes-Benz und Neue Klasse von BMW seien nun aber regelrechte Quantensprünge nach vorn. Hiermit schlügen die beiden Hersteller nun zurück. Reitmans Kursziel für die Mercedes-Benz-Aktie lautet 61 Euro.
Charttechnisch trifft die Aktie m Bereich zwischen 50 und 55 Euro auf mehrere Unterstützungen. Ein neues Kaufsignal würde entstehen, sobald die wichtige 200-Tage-Linie bei 55,17 Euro geknackt wird. „Im Anschluss stößt die Aktie auf der Oberseite im Bereich um 61,50 Euro auf einen Widerstand. Darüber würde sich das Bild aufhellen, ehe im Bereich von bei 62,60 Euro abermals ein übergeordneter Widerstand wartet“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
Die Aktie konnte sich zuletzt stabilisieren. Ein positives Signal wäre ein Anstieg über die für den langfristigen Trend wichtige 200-Tage-Linie bei 55,17 Euro. DER AKTIONÄR favorisiert im Bereich der Premium-Hersteller im Automobil-Segment die Aktie von BMW.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 10:55