Nach den Rekordzahlen von Nvidia rückt die zweite Reihe der Halbleiterbranche wieder in den Fokus. Micron Technology, Applied Materials und KLA Corporation hatten zuvor teils kräftig korrigiert. Nun stellt sich die entscheidende Frage: War der Rücksetzer eine Warnung – oder die nächste Einstiegschance im KI-Superzyklus?
- Nvidia hat seine Liefer- und Kapazitätsverpflichtungen auf 279 Milliarden Dollar erhöht.
- Der Anstieg hängt vor allem mit der Beschaffung von Speicher zusammen.
- Micron, KLA und Applied Materials profitieren direkt vom Ausbau der KI-Infrastruktur.
Die Botschaft aus dem Nvidia-Bericht ist klar: Der Bedarf an Rechenleistung bleibt enorm. Noch wichtiger ist aber der Blick in die Lieferkette. Wenn Nvidia Milliarden bindet, um Speicher und kritische Komponenten langfristig zu sichern, ist das ein starkes Signal für die gesamte Halbleiterbranche.
Nvidia sichert sich Speicher im großen Stil
Nvidia hat seine langfristigen Liefer- und Kapazitätsverpflichtungen von 119 Milliarden Dollar auf 279 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. CFO Colette Kress erklärte, dass der Anstieg vor allem mit der Beschaffung von Speicher zusammenhängt.
Damit bestätigt Nvidia einen der wichtigsten Engpässe im KI-Zyklus: High-Bandwidth-Memory und moderner DRAM bleiben knapp. Ohne schnellen Speicher können die leistungsfähigsten KI-Chips ihre Stärke nicht voll ausspielen. Genau deshalb ist Speicher nicht nur ein Nebenprodukt des KI-Booms, sondern ein zentraler Flaschenhals.
Micron profitiert vom Speicher-Engpass
Für Micron ist diese Entwicklung ein starkes Signal. Der US-Speicherhersteller gehört zu den wichtigsten Profiteuren steigender Nachfrage nach HBM, DRAM und NAND. Wenn Nvidia über Jahre große Mengen absichert, sinkt das Risiko eines schnellen Überangebots.
Micron bleibt zyklischer als andere Halbleiterwerte. Doch der aktuelle Zyklus unterscheidet sich von früheren Phasen: KI-Kunden sichern Kapazitäten langfristig, HBM bindet Produktion, und die Nachfrage kommt nicht nur aus PCs oder Smartphones, sondern aus Rechenzentren, Cloud-Plattformen und KI-Modellen.
KLA und Applied Materials liefern die Werkzeuge
Auch Applied Materials und KLA Corporation rücken wieder stärker in den Fokus. Wenn die Chipindustrie mehr Speicher, mehr Logikchips und mehr KI-Kapazitäten braucht, müssen Fertigungslinien ausgebaut und modernisiert werden.
Applied Materials liefert zentrale Anlagen für die Wafer-Fertigung. KLA stellt Mess- und Inspektionssysteme bereit, die bei immer komplexeren Chipstrukturen entscheidend für Ausbeute und Qualität sind. Beide profitieren damit nicht von einem einzelnen Chipdesign, sondern vom Investitionszyklus der gesamten Branche.
Rücksetzer mit neuer Ausgangslage
Korrekturen von 30 oder 40 Prozent wirken bei Halbleiterwerten zunächst hart. Doch sie können attraktive Einstiegsfenster öffnen, wenn der zugrunde liegende Megatrend intakt bleibt.
Genau das legen die Nvidia-Zahlen nahe. Der KI-Ausbau läuft weiter, Speicher bleibt knapp, und die Lieferkette muss massiv erweitert werden. Für Micron, Applied Materials und KLA entsteht dadurch eine deutlich bessere Ausgangslage als in klassischen Abschwungphasen früherer Halbleiterzyklen.
Die zweite Reihe wird wieder spannend
Nvidia bleibt der Taktgeber des KI-Booms. Doch die 279 Milliarden Dollar an Liefer- und Kapazitätsverpflichtungen zeigen, dass der Aufschwung weit in die Wertschöpfungskette hineinreicht.
Für den Börsenbrief Megatrend Folger bleiben Micron, KLA und Applied Materials deshalb zentrale Profiteure der zweiten KI-Welle. Micron liefert den Speicher. Applied Materials und KLA liefern die Ausrüstung, um die nächste Chipgeneration überhaupt produzieren zu können. Welche Optionsscheine auf diese Halbleiterwerte aktuell das beste Setup bieten, erfahren Leser in der aktuellen Ausgabe des Megatrend Folger.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Aktien der Nvidia befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
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