Seit Monaten warnen Skeptiker vor einem Ende des Halbleiterbooms. Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Jahre wächst die Sorge, der klassische Chip-Zyklus könnte bald drehen. Doch die globalen Branchendaten sprechen bislang eine andere Sprache: Die Nachfrage nach Hochleistungschips, Rechenleistung und neuer Fertigungskapazität bleibt hoch.
- Die CapEx-Wachstumsraten der großen Tech-Konzerne liegen wieder deutlich über 50 Prozent.
- Die weltweiten Halbleiterumsätze beschleunigen sich bereits kräftig.
- Für 2026 deutet der Chart auf eine nochmals stärkere Umsatzdynamik im Chipsektor hin.
Der entscheidende Punkt: Die großen Hyperscaler investieren heute in Rechenzentren, Server und KI-Infrastruktur – die entsprechenden Chipumsätze folgen zeitversetzt. Genau dieses Muster zeigt der Chart bereits in früheren Zyklen.
CapEx gibt den Takt vor
Die Grafik von MacroMicro zeigt den engen Zusammenhang zwischen den Investitionsausgaben der großen Tech-Konzerne und den weltweiten Halbleiterumsätzen.
Vor den Aufschwüngen 2020/21 und nun erneut seit 2024 zogen die CapEx-Wachstumsraten der Magnificent 7 und der vier großen Cloud-Anbieter deutlich an. Mit Verzögerung folgte jeweils eine Beschleunigung der Chipumsätze.
Aktuell ist dieses Muster besonders ausgeprägt. Während die Investitionen der großen Tech-Konzerne bereits mit hohen zweistelligen Raten wachsen, ziehen die weltweiten Halbleiterumsätze ebenfalls deutlich an. Die Projektion im Chart deutet für 2026 sogar auf Wachstumsraten von deutlich über 50 Prozent hin.
Das spricht nicht für einen auslaufenden Zyklus, sondern für eine Investitionswelle, die noch durch die Wertschöpfungskette läuft.
Nvidia profitiert direkt von der Investitionswelle
Nvidia sitzt an der ersten Reihe dieses Booms. Die großen Cloud-Anbieter investieren Milliarden in KI-Rechenzentren, Beschleuniger, Netzwerke und komplette Serverarchitekturen.
Genau diese Ausgaben landen zu einem erheblichen Teil bei Nvidia. Der Konzern liefert längst nicht mehr nur einzelne GPUs, sondern komplette Plattformen aus Rechenleistung, Netzwerk, Software und Systemarchitektur.
Solange die Hyperscaler ihre CapEx-Budgets weiter erhöhen, bleibt Nvidia einer der direktesten Profiteure.
ASML verdient am Ausbau der Produktionsbasis
ASML profitiert eine Ebene tiefer. Je stärker die Nachfrage nach modernen Chips steigt, desto größer wird der Druck auf Foundries wie TSMC, Samsung oder Intel, ihre Kapazitäten auszubauen.
Dafür benötigen sie modernste Lithografieanlagen. Besonders bei EUV-Systemen verfügt ASML über eine außergewöhnlich starke Marktstellung.
Damit profitiert ASML nicht unmittelbar von einzelnen KI-Modellen, sondern vom strukturellen Ausbau der gesamten Halbleiterproduktion. Genau das macht den Konzern zu einem der wichtigsten Infrastrukturwerte des Chip-Superzyklus.
Zwei Seiten desselben Trends
Nvidia profitiert von der steigenden Nachfrage nach Rechenleistung. ASML verdient daran, dass die dafür notwendigen Halbleiter überhaupt gefertigt werden können.
Der MacroMicro-Chart zeigt, warum beide Unternehmen weiterhin interessant bleiben: Die Investitionswelle der Tech-Giganten ist noch nicht abgeebbt. Im Gegenteil – die Dynamik hat sich zuletzt nochmals deutlich verstärkt.
Die CapEx-Welle spricht für weitere Stärke
Natürlich bleibt die Halbleiterbranche zyklisch. Doch aktuell sprechen die Daten nicht für ein abruptes Ende des Booms.
Die stark steigenden Investitionsausgaben der Magnificent 7 und der großen Cloud-Anbieter liefern vielmehr den Treibstoff für die nächste Phase des Zyklus. Die weltweiten Halbleiterumsätze beginnen bereits, darauf zu reagieren.
Nvidia und ASML deshalb zwei absolute Megatrend-Aktien. Nvidia profitiert direkt vom Ausbau der KI-Infrastruktur, ASML vom Ausbau der Produktionskapazitäten dahinter. Der Chart zeigt: Der aktuelle Zyklus hat weiterhin Rückenwind.
Welche Aktien ebenfalls absolute Megatrends sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des Megatrend Folger.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.
Nvidia-Aktie befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.
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