Der Luxuskonzern LVMH zeigt im zweiten Quartal Anzeichen einer Beschleunigung. Doch ausgerechnet das Herzstück – die Mode- und Lederwarensparte – verfehlt die Erwartungen der Analysten knapp. Die Aktie reagiert nachbörslich mit Abschlägen. DER AKTIONÄR ordnet die Zahlen ein.
Der weltgrößte Luxusgüterkonzern LVMH hat am Montagabend seine Zahlen für das zweite Quartal sowie das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Im ersten Halbjahr erzielten die Franzosen einen Konzernumsatz von 38,64 Milliarden Euro (Vorjahr: 39,81 Milliarden Euro; -3 Prozent berichtet, +2 Prozent organisch).
Im zweiten Quartal beschleunigte sich das organische Umsatzwachstum auf drei Prozent (Konsens: +2,3 Prozent), bei einem berichteten Erlös von 19,52 Milliarden Euro (Konsens: 19,34 Milliarden Euro).
Sorgenkind Fashion
Der Hauptfokus der Anleger und Investoren lag auf der zentralen Mode- und Lederwarensparte (Louis Vuitton, Christian Dior). Nach der Enttäuschung im Auftaktquartal kehrte die Sparte im zweiten Quartal zwar mit einem organischen Plus von einem Prozent auf den Wachstumspfad zurück, verfehlte damit aber die Markterwartungen leicht (Bloomberg-Konsens: +1,5 Prozent). Der Umsatz des Segments lag im Q2 bei 8,90 Milliarden Euro (Konsens: 8,94 Milliarden Euro).
Spürbar besser entwickelte sich die Sparte Uhren & Schmuck: Angetrieben von Tiffany und Bvlgari kletterten die Erlöse im zweiten Quartal organisch um elf Prozent (Konsens: +6,9 Prozent) auf 2,78 Milliarden Euro.
Operatives Ergebnis schlägt Schätzungen
Auf der Ergebnisseite schnitt LVMH solides ab: Das operative Ergebnis (Profit from recurring operations) belief sich im ersten Halbjahr auf 8,69 Milliarden Euro (Vorjahr: 9,01 Milliarden Euro). Damit lag der Konzern über den Analystenschätzungen von 8,46 Milliarden Euro. Die operative Marge verblieb mit 22,5 Prozent auf hohem Niveau (Vorjahr: 22,6 Prozent). Der Nettogewinn (Konzernanteil) lag mit 5,70 Milliarden Euro punktgenau auf Vorjahresniveau.
LVMH-Chef Bernard Arnault betonte im Rahmen der Zahlenvorlage die Stärke des Portfolios, mahnte jedoch auch zur Wachsamkeit: „Wir gehen mit neuem Vertrauen in die zweite Jahreshälfte, achten aber weiterhin sehr genau auf unsere Margen.“ Der Konzern beschloss eine Zwischendividende von 5,50 Euro je Aktie (Zahlung am 3. Dezember 2026).
Nachbörslich im Minus
Obwohl der Gesamtumsatz und das operative Ergebnis über den Prognosen lagen, reagierte der Markt vor allem auf das leichte Verfehlen bei den organischen Umsätzen der Modesparte verhalten. Die LVMH-Aktie gab in einer ersten Reaktion nachbörslich um rund 1,5 Prozent nach.
LVMH liefert ein gemischtes, aber keineswegs schlechtes Zahlenwerk ab. Dass die wichtige Modesparte die Erwartungen minimal verfehlt hat, drückt kurzfristig auf die Stimmung. Wie DER AKTIONÄR bereits im Ausblick auf die Zahlen hervorgehoben hat, bleibt die nachhaltige Stabilisierung der Kernmarken die Voraussetzung für eine Trendwende.
Charttechnisch bleibt die Aktie nach dem Abrutschen unter den 50-Tage-Durchschnitt vorerst angeschlagen. Solange die Dynamik im Modesektor nicht deutlicher anzieht, drängt sich ein Neueinstieg auf dem aktuellen Niveau noch nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: LVMH.
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