03.04.2020 Marion Schlegel

Lufthansa-Rivale Ryanair nach den Zahlen: Goldman sieht jetzt Kurs-Chance von 47 Prozent!

-%
Ryanair

Europas größter Billigflieger Ryanair hat das vergangene Geschäftsjahr gerade noch so im Rahmen seiner Gewinnplanungen abgeschlossen. Der Gewinn vor Sonderposten dürfte sich für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr auf 0,95 bis 1,0 Milliarden Euro belaufen, teilte das Unternehmen am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen in Dublin mit. Das ist das untere Ende der angepeilten Spanne von 0,95 bis 1,05 Milliarden Euro. Der Rückgang der Passagierzahlen im März um fast die Hälfte habe das Wachstum auf Jahressicht auf rund vier Prozent begrenzt, hieß es. Eine Prognose für das gerade begonnene Geschäftsjahr sei aktuell nicht möglich.

Derzeit führt Ryanair weniger als 20 Flüge täglich aus und damit nur rund ein Prozent der üblichen Bewegungen. Mindestens über April und Mai bleibe die Flotte weitgehend am Boden, schätzen die Iren. Das werde rund 300 Millionen Euro an Belastungen durch Kerosinpreissicherungsgeschäfte hervorrufen, die Ryanair noch in das abgelaufene Geschäftsjahr buchen will. Das Unternehmen habe eine der widerstandsfähigsten Bilanzen in der Branche und verfüge zum Ende des Geschäftsjahres über Barmittel von 3,8 Milliarden Euro. Drei Viertel der eigenen Flugzeugflotte seien unbelastet und schuldenfrei.

Ryanair (WKN: A1401Z)

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Ryanair nach dem Zwischenbericht auf "Buy" mit einem Kursziel von 12,70 Euro belassen. Der Bericht sei besser als von ihr gedacht ausgefallen und zeige, dass sich das Unternehmen in der Krise gut schlage, schrieb Analystin Venetia Baden-Powell in einer am Freitag vorliegenden Studie. Sie lobte zudem die starke Liquidität des Billigfliegers.

In einer solchen Krise wie derzeit trennt sich die Spreu vom Weizen. Jetzt zeigt sich, wer über die Jahre gut gewirtschaftet hat und dementsprechend einen Puffer aufbauen konnte. Ryanair ist hier im Vergleich zu vielen seiner Konkurrenten deutlich robuster aufgestellt. Zwar geriet die Aktie zuletzt auch kräftig unter Druck, allerdings dürfte der Konzern nach der Corona-Krise zu den Gewinnern der Luftfahrtbranche zählen.

(Mit Material von dpa-AFX)