Am 3. November wird die Lufthansa ihre Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Angesichts der anhaltend hohen Ölpreise rechnet am Markt kaum jemand mit einem berauschenden Ergebnis. Beim Blick auf die Quartalszahlen, die gestern der US-Konkurrent United Airlines veröffentlicht hat, werden die Sorgenfalten sogar noch etwas größer.
Denn United Airlines rechnet trotz reger Nachfrage nach Flugtickets mit geringeren Gewinnen. Als Hauptgrund nennt die US-Fluggesellschaft die stark gestiegenen Kerosinkosten. Für das vierte Quartal prognostiziert sie einen bereinigten Gewinn von 0,50 bis 1,50 Dollar je Aktie. Damit liegt man deutlich unter der Analystenerwartung von durchschnittlich 1,76 Dollar pro Anteilschein. Beim Umsatz erwartet United dagegen ein Wachstum von mehr als 20 Prozent.
Im dritten Quartal blieb United mit einem bereinigten Gewinn von 2,54 Dollar je Aktie knapp hinter der Markterwartung von 2,57 Dollar zurück.
Der Kostenschub bei Treibstoff belastet die gesamte Branche. Delta Air Lines senkte Anfang des Monats ihre Jahresgewinnprognose um nahezu ein Viertel. Die Airline begründete das mit zusätzlichen Kerosinausgaben von sechs Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Delta-Chef Ed Bastian warnte zudem, Fluggesellschaften könnten ihr Angebot im kommenden Jahr weiter zurückfahren müssen, um höhere Ticketpreise durchzusetzen und profitabel zu wirtschaften. Ryanair-Chef Michael O’Leary rechnet ebenfalls mit deutlich teureren Flügen: In Europa könnten die Ticketpreise im nächsten Jahr um bis zu 20 Prozent steigen.
Die anhaltend hohen Ölpreise sind für die Lufthansa und die gesamte Luftfahrtbranche derzeit eine schwere Belastung. Dementsprechend schwach präsentiert sich das Chartbild des MDAX-Titels. Daher sollte man bei der Aktie der grundsätzlich sehr gut aufgestellten Airline vorerst weiter an der Seitenlinie verharren.
Heute, 09:10
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