03.07.2019 Thorsten Küfner

Lufthansa: Das wäre jetzt enorm wichtig

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Lufthansa
Trendthema

In einem freundlichen Marktumfeld läuft die Aktie der Lufthansa eher seitwärts und notiert hauchdünn im Plus. Aber zumindest setzt sich damit die Bodenbildung der gebeutelten Anteilscheine der Kranich-Airline weiter fort. Zudem gibt es nun eine interessante Meldung, die in den kommenden Wochen für Rückenwind sorgen könnte.

Denn im Konflikt mit der Lufthansa ist die Flugbegleitergewerkschaft Ufo einen Schritt auf das Unternehmen zugegangen. Ufo bot Lufthansa am Mittwoch eine vierwöchige Friedenspflicht an, in denen es keine Urabstimmung über Streiks geben solle. Das Unternehmen müsse lediglich zustimmen, die zuletzt von Lufthansa angezweifelte Rolle der Gewerkschaft als Tarifpartner in vertraulichen Gesprächen zu klären.

Sollte Lufthansa bis kommenden Mittwoch (10.7.) den Vorschlag nicht annehmen, werde man kurz danach die Urabstimmung über Streiks bei den Töchtern Eurowings und Germanwings einleiten, sagte ein Ufo-Sprecher. Wenig später sollten die Ufo-Mitglieder dann auch über Ausstände bei Lufthansa abstimmen. "Das Forderungspaket für Lufthansa steht und muss nur noch durch eine interne Abstimmung." 

Lufthansa: "Es besteht sowieso Friedenspflicht"

Ein Lufthansa-Sprecher erwiderte, Streiks könne es derzeit ohnehin nicht geben, da es weder offene Tarifverträge noch Forderungen gebe. "Damit besteht sowieso die Friedenspflicht."

Ufo hatte Mitte Juni mit Streiks des Kabinenpersonals in der Ferienreisezeit gedroht. Im Hintergrund steht ein seit Monaten währender Konflikt: Ufo hatte Tarifverträge mit der Lufthansa bereits im März gekündigt, das Unternehmen hat diese Kündigungen jedoch nicht anerkannt. Lufthansa hatte zuletzt auf die aus Sicht des Unternehmens unklare Lage bei der Gewerkschaft verwiesen. "Derzeit ist für uns nicht erkennbar, wann und wie Ufo ihrer Rolle als berechenbarer, konstruktiver Tarifpartner wieder gerecht werden kann. Daher finden aktuell keine Gespräche statt", hatte das Unternehmen erklärt.

Lufthansa (WKN: 823212)

Abwarten ist angesagt

Es bleibt dabei: Die langfristigen Aussichten für die enorm günstig bewertete Lufthansa-Aktie bleiben gut. Kurzfristig überwiegen allerdings die Risiken sowie das angeschlagene Chartbild, weshalb Anleger  vor einem Einstieg unbedingt noch eine klare Bodenbildung abwarten sollten. 

(Mit Material von dpa-AFX) 

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.