15.10.2019 Thorsten Küfner

Lufthansa: Am 20.10 geht es los!

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Deutsche Lufthansa
Trendthema

Der Streit zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo geht in die nächste Runde. So wurden nun Streiks für Sonntag, den 20. Oktober, angekündigt. Doch noch ist unklar, ob und in welchem Umfang die Kranich-Airline und ihre Tochtergesellschaften wie Eurowings oder SunExpress bestreikt werden können.

Die Gewerkschaft hat jedenfalls sämtliche Flugbegleiter und Kabinenchefs (Purser) der Kerngesellschaft Lufthansa zu einem Warnstreik zwischen 06.00 und 11.00 Uhr aufgerufen, wie der Vize-Vorsitzende Daniel Flohr am Montag in einer Video-Botschaft verkündet hat. Anders als bei ähnlichen Ankündigungen in den Vorjahren will Lufthansa den Flugplan vollständig aufrechterhalten und keinerlei Verbindungen vorsorglich absagen. Man sei sehr zuversichtlich, sämtliche Flüge stattfinden zu lassen, erklärte eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt. Die Warnstreiks seien rechtswidrig, so dass auch rechtliche Schritte geprüft würden.

Die Ufo drohte mit weiteren Arbeitskämpfen in anderen Flugbetrieben des Konzerns in Deutschland. Man habe auch für die Gesellschaften Germanwings, Eurowings, Cityline und SunExpress streikfähige Tarifforderungen aufgestellt. In der kommenden Woche sollten die jeweiligen Tarifkommissionen über Urabstimmungen zu unbefristeten Streiks beraten. Flohr warf dem Lufthansa-Konzern vor, einen Machtkampf gegen die Spartengewerkschaften im Hause zu führen. Das hätten auch die Piloten von der Vereinigung Cockpit erlebt.

Legitimität wird angezweifelt

Tatsächlich zweifelt Lufthansa schon länger die Legitimität des einst siebenköpfigen Vorstands der Ufo an, dem neben Flohr noch die Vorsitzende Sylvia De La Cruz und Julia Trojan angehören. Bereits die für August geplanten Streiks mussten per Gerichtsbeschluss abgesagt werden. Die gewerkschaftliche Tariffähigkeit der Ufo will der DAX-Konzern in einem Gerichtsverfahren überprüfen lassen. Zuletzt hatte das Arbeitsgericht Frankfurt in erster Instanz festgestellt, dass Ufo die Tarifverträge bei der Lufthansa-Kerngesellschaft rechtmäßig gekündigt hat. Weitere Prozesse und Gerichtsentscheidungen will die Gewerkschaft nach eigener Ankündigung nicht abwarten, weil Lufthansa ständig neue Vorwürfe erhebe.

Lufthansa kämpft mit harten Bandagen

Vor dem Showdown am Sonntag legt Lufthansa härtere Bandagen an: Man werde alle Streikaktivitäten dokumentieren, Teilnehmern das Gehalt individuell kürzen und etwaige weitere Konsequenzen prüfen, heißt es in einem Brief des lufthansa-dominierten Arbeitgeberverbandes an die Gewerkschaft. In der Vergangenheit mussten die Flugbegleiter häufig gar nicht streiken, weil das Unternehmen die Flüge im Vorfeld abgesagt hatte. Auch die Streikkasse der Ufo wurde so geschont, weil kein Streikgeld ausgezahlt werden musste.

Für den Fall, dass Flieger stehenbleiben sollten, werde man Schadenersatz geltend machen, kündigte Lufthansa zudem an. "Das Unternehmen spekuliert anscheinend darauf, genügend Streikbrecher zu finden, die bereit sind, auf ihr Streikrecht zu verzichten. Das Risiko von kurzfristigen Streichungen, falls dies misslingt, ist den Kunden gegenüber völlig unverantwortlich", erklärte dazu Flohr.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Es dürfte spannend werden, inwieweit der Streikaufruf die Lufthansa in den kommenden Tagen und Wochen beeinflussen kann. Die sehr günstig bewertete Aktie bleibt indes nach wie vor ausnahmslos für mutige Anleger mit einem langen Atem geeignet. Der Stopp kann bei 11,40 Euro platziert werden. 

Mit Material von dpa-AFX

Hinweis: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.