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24.08.2020 Martin Mrowka

Lufthansa: Wieder Reisebeschränkungen – Analyst sieht neues Trauer-Tief

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Deutsche Lufthansa

Bürger aus Deutschland durften seit Mitte Juli wieder problemlos in viele Länder der EU einreisen. Doch wegen steigender Corona-Zahlen kehren viele Länder zu verschärften Reisebeschränkungen zurück. Für Airlines bedeutet das, dass die keimende Hoffnung auf ein Wiederaufleben des Geschäfts wieder erstickt wird. Ein Analyst senkt sein ohnehin tiefes Lufthansa-Kursziel nun noch weiter.

Fast täglich überarbeitet das Auswärtige Amt seine Reise-Hinweise für die verschiedenen Länder. Reisende sollten sich vor Buchung über die aktuellen Bedingungen für das jeweilige Land informieren.

Jüngstes Beispiel: Finnland hat seit heute für Einreisende aus Deutschland, Dänemark und Griechenland wieder 14 Tage Quarantäne angeordnet und gebietet, Kontakte mit anderen Menschen zu vermeiden. Dem Auswärtigen Amt zufolge sind nicht notwendige, touristische Reisen nach Finnland von nun an nicht mehr gestattet.

An den zum Wochenstart sehr freundlichen Börsen machten Aktien des Reise- und Freizeitsektor den Aufschwung nicht mit. Angesichts der ungebrochenen Sorgen über die Zunahme von Corona-Neuinfektionen gaben die Papiere der Lufthansa, sowie der Konkurrenten IAG und Air France-KLM nach.

Bei der Lufthansa belastete zusätzlich die Kurszielsenkung durch die Investmentbank MainFirst. Analyst Johannes Braun senkte sein ohnehin niedriges Kursziel von 2,50 Euro heute weiter auf nur noch 2,00 Euro. Die Lufthansa-Aktie zeigte sich bis zum Mittag im MDAX leicht abgeschwächt bei 8,60 Euro.

Deutsche Lufthansa (WKN: 823212)

Am Freitag war bekannt geworden, dass noch rund 1,4 Millionen Kunden des Lufthansa-Konzerns auf Ticketerstattungen für Flüge warten, die in der Corona-Krise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte Unternehmen ist nach eigenen Angaben vom Freitag aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr schon 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt.

Aus der ersten Jahreshälfte seien noch rund acht Prozent der Fälle nicht erledigt, so die Lufthansa. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich auf jüngere Stornierungen. (Mit Material von dpa-AFX)

Mit einer weiteren Verschärfung der Corona-Lage und neuen Reisebeschränkungen dürfte das jüngst aufgekeimte Flugreisen-Aufkommen einen erneuten Dämpfer erhalten. Bis ein wirksamer Impfstoff das Coronavirus bändigt und Flugreisen wieder boomen, wird es noch lange dauern. Bis auf weiteres sollte ein Engagement in Lufthansa-Aktien zurückgestellt werden.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Lufthansa.