11.12.2019 Marion Schlegel

K+S mit Kurssprung an MDAX-Spitze: Börsengang möglich!

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K+S
Trendthema

Mit möglichen Abspaltungen von Geschäftsteilen in Nordamerika holt der hoch verschuldete Dünger- und Salzproduzent K+S zum Befreiungsschlag aus. Da die niedrigen Kalipreise ein Erreichen der Finanziele schwierig machen, wurden Maßnahmen zum Schuldenabbau erarbeitet, wie K+S am Dienstag in Kassel mitteilte. Die Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Kurssprung von mehr als vier Prozent auf 10,81 Euro. Damit war das Papier von K+S am Donnerstag der mit Abstand größte Gewinner im MDAX vor Dialog Semiconductor (plus 1,6 Prozent) und Fuchs Petrolub (plus 1,5 Prozent). Mit einem Minus von mehr als 31 Prozent sind die Anteilsscheine allerdings im bisherigen Jahresverlauf dennoch weiterhin der zweitschwächste Wert im Index der mittelgroßen Werte.

K+S hatte sich zuvor zum Ziel gesetzt, den Verschuldungsgrad relativ zum ersten Halbjahr 2017 bis Ende 2020 zu halbieren. Die jetzt angekündigten Maßnahmen sollen angesichts des Gegenwindes durch niedrige Kalipreise dabei helfen.

Für die operative Einheit Nordamerika, also vor allem das Salzgeschäft rund um Morton Salt, liegen laut einem Unternehmenssprecher "alle Optionen auf dem Tisch". Favorisiert werde ein Teilverkauf oder ein Börsengang. Für die Sparte Europa+, zu der auch das neue kanadische Kaliwerk Bethune zählt, komme ebenfalls ein Teilverkauf in Betracht.

Sinkende Kalipreise machen Herstellern wie K+S schon seit Monaten zu schaffen. So hatten die Hessen - wie andere Branchenteilnehmer auch - die Produktion zuletzt deutlich gedrosselt. Die Hoffnung ist, dass bei einem geringeren Angebot die Lager der Kunden schneller leer werden und dann höhere Verkaufspreise durchgesetzt werden können.

Konzernchef Burkhard Lohr hatte im Zuge dieser Produktionskürzungen zuletzt für 2019 nur noch mit einem leichten Wachstum des operativen Gewinns (Ebitda) auf rund 650 Millionen Euro gerechnet - und das im Vergleich zu einem bereits schwachen Jahr 2018. An diesem Ziel hält der Konzern weiterhin fest.

K+S (WKN: KSAG88)

Der Konzern hat durch den milliardenteuren Bau des Kaliwerks Bethune in Kanada einen Schuldenberg angehäuft. Den abzutragen, dürfte angesichts der zuletzt schlechter laufenden Geschäfte schwieriger geworden sein. Laut dem Analysten Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan hatte das K+S-Management vor diesem Hintergrund jüngst eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausgeschlossen. Mit dem erwägten Verkauf von Unternehmensteilen versuchen die Kasseler nun womöglich, einen solchen Schritt zu vermeiden. Allein das neue kanadische Kaliwerk habe einen Wert von fast fünf Milliarden Euro, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag.

DER AKTIONÄR hält indes weiterhin an seiner Einschätzung fest: Solange es keine Stabilisierung der Kalipreise, sollten Anleger trotz der günstigen Bewertung an der Seitenlinie verharren. Ein positives charttechnisches Signal würde der Sprung über die 12-Euro-Marke liefern.

(Mit Material von dpa-AFX)