Donald Trump erhöht im Konflikt um die Straße von Hormus den Druck auf den Iran. Während das US-Militär in der 13. Nacht in Folge Ziele im Land bombardierte, kündigte Trump an, Schäden an Schiffen und Fracht künftig mit iranischem Geld zu begleichen. Gemeint ist offenbar eingefrorenes iranisches Vermögen.
Kurzusammenfassung
• Die USA setzen die Angriffe auf den Iran fort, droht mit Vergeltung und wollen Schäden an Schiffen aus eingefrorenem iranischem Vermögen begleichen.
• Der Iran lehnt laut "New York Times" einen neuen Waffenruhe-Vorschlag ab, reagiert mit Gegenangriffen und beharrt auf der Kontrolle über die Straße von Hormus.
• Die Angriffe der Huthi und die angespannte Lage im Roten Meer treiben den Brent-Ölpreis auf 100 Dollar und sorgen für Rückenwind bei Energieaktien.
Der Iran bleibt jedoch hart: Nach Informationen der "New York Times" lehnte die Führung einen vom irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi übermittelten Vorschlag der US-Regierung für eine erneute Waffenruhe ab.
Nach Angaben der Zeitung ist Teheran nicht an einer Übergangslösung interessiert, solange die Kontrolle über die Straße von Hormus ungeklärt bleibt. Der Iran beansprucht die alleinige Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge, während die USA ihre Angriffe mit dem Schutz von Handelsschiffen und Seeleuten begründen.
Das US-Regionalkommando Centcom erklärte auf X, erneut Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen angegriffen zu haben. Iranische Medien meldeten Explosionen unter anderem bei Ahwaz, Andimeschk, Omidiyeh, auf der Insel Gheschm, in Bandar Abbas sowie Luftabwehreinsätze in Teheran.
Der Iran reagierte erneut mit Gegenangriffen. Kuwait erklärte, weitere Raketen und Drohnen aus dem Iran abgefangen zu haben.
Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg am 28. Februar begonnen. Nach Informationen des "Wall Street Journal" wurden viele beschädigte Anlagen inzwischen wieder aufgebaut – darunter Raketenstützpunkte, Brücken, Häfen und Produktionsanlagen. Trotz der Angriffe verfüge der Iran weiterhin über die Fähigkeit, Schiffe präzise anzugreifen und US-Verbündete mit Raketen zu treffen.
Die Kämpfe waren Anfang des Monats erneut eskaliert, nachdem iranische Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Mit seiner Ankündigung auf Truth Social, Schäden künftig mit iranischem Geld zu begleichen, machte Trump deutlich, dass er Teheran zur Verantwortung ziehen will. Wie dies rechtlich umgesetzt werden soll, ließ er offen. Trump sprach von einer "fairen und gerechten Vorgehensweise".
Trump droht Iran nach Huthi-Angriffen
Nach Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz vor Jemens Küste drohte Trump Teheran mit Vergeltung. "Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren", schrieb er auf Truth Social. Zudem kündigte er "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an.
Die Huthi bekannten sich zu Angriffen auf zwei saudische Öltanker, die eine von ihnen ausgerufene "Blockade" im Roten Meer missachtet hätten. Mehrere Schiffe hatten daraufhin ihren Kurs geändert, um die Meerenge Bab al-Mandab zu meiden. Saudi-Arabien kündigte an, "alle notwendigen Schritte" zum Schutz seiner Schiffe zu unternehmen.
Unterdessen wächst auch in den USA der politische Druck auf Trump. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erneut eine Resolution, die den Präsidenten zum Ende des Militäreinsatzes auffordert. Rechtlich ist sie zwar nicht bindend, verdeutlicht aber den zunehmenden Widerstand im Kongress – auch mit Blick auf die Zwischenwahlen im November.
Die Lage im Nahen Osten eskaliert weiter. Da nun auch die Alternativroute über das Rote Meer für den wichtigen Ölexporteur Saudi-Arabien vorerst nicht mehr nutzbar ist, ist der Preis für ein Barrel der Sorte Brent auf 100 Dollar gestiegen. Dies spielt natürlich zahlreichen Energiekonzernen voll in die Karten. In der aktuellen Print-Ausgabe 31/2026 des AKTIONÄR wird eine Aktie näher behandelt, die besonders stark von der aktuellen Entwicklung profitiert.
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