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Arm‑Aktie: Hauptversammlung heute – die Zahl, über die keiner abstimmt

Arm‑Aktie: Hauptversammlung heute – die Zahl, über die keiner abstimmt
Foto: Neil Hall/Reuters
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Ingo Nix Heute, 07:49 Ingo Nix
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Heute um 16 Uhr deutscher Zeit tritt Arm im britischen Cambridge zur Hauptversammlung zusammen. Abgestimmt wird über Jahresabschluss, Wirtschaftsprüfer, das gesamte Board und eine neue Vergütungspolitik, die die Obergrenze für Bonusaktien an Führungskräfte von 125 auf 200 Prozent anhebt. Die Größe, die Arms Geschäftsjahr entscheidet, steht nicht auf der Tagesordnung – sie kommt aus dem Speichermarkt.

SoftBank kontrolliert die Stimmenmehrheit, im Vorjahr führte ein Bevollmächtigter der SoftBank-Holding sogar den Vorsitz der Versammlung. Was heute Nachricht wird, ist deshalb nicht das Ergebnis, sondern die Gegenstimmen- und Enthaltungsquote der Minderheit beim Vergütungspunkt. Und das eigentliche Thema steht gar nicht auf der Tagesordnung: Arm hat im Juli die Erwartung für das Royalty-Wachstum des Geschäftsjahres von rund 20 Prozent auf einen hohen Zehnerbereich gesenkt, also auf etwa 17 bis 19 Prozent. Begründung: schwächere Smartphone-Verkäufe wegen höherer Speicherpreise.

Die Maut wird pro Fahrzeug kassiert

Damit sitzt Arm auf der anderen Seite genau jener Rechnung, die den Halbleitermarkt im Juli auseinanderlaufen ließ. Die Branche meldete 147 Milliarden Dollar Umsatz und ein Plus von 135,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – getragen von Preisen, während die ausgelieferten Speichermengen fielen. Arm verdient aber nicht am Wert eines Chips, sondern an seiner Existenz: eine Lizenzgebühr je gefertigtem Baustein. Arm ist der Betreiber der Mautbrücke, der pro Fahrzeug kassiert und nicht nach dessen Preis. Werden weniger, dafür teurere Geräte gebaut, steigt der Branchenumsatz, und die Maut sinkt. Genau das beschreibt das US-Marktforschungshaus Gartner als Memflation, die die Nachfrage außerhalb der Künstlichen Intelligenz bis 2028 verzögert.

Arm Holdings (WKN: A3EUCD)

Arm: Die Gegenseite in Zahlen

Gegen diese Lesart spricht das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Arm meldete am 29. Juli einen Rekordumsatz von 1,29 Milliarden Dollar, ein Plus von 22 Prozent, dazu Royalties von 715 Millionen Dollar und Lizenzerlöse von 574 Millionen Dollar. Die Royalties aus dem Rechenzentrumsgeschäft haben sich mehr als verdoppelt, die Nachfrage nach der neuen AGI-CPU übersteigt mit über zwei Milliarden Dollar die gesicherte Kapazität von einer Milliarde Dollar, die operative Marge liegt bei 41 Prozent. Ein Detail relativiert das: 193 Millionen Dollar der Lizenzerlöse stammen aus dem Vertrag mit SoftBank, rund 30 Prozent des Konzernumsatzes entfallen auf nahestehende Unternehmen. Die Kompensation der Royalty-Schwäche kommt also zu einem erheblichen Teil aus dem eigenen Haus.

Rekordquartal mit weniger Wachstum
Quelle: ARM Holding, eigene Berechnungen
Rekordquartal mit weniger Wachstum

Drei Prüfsteine mit Datum

Im Anschluss an die Versammlung veröffentlicht Arm das Abstimmungsergebnis; interessant ist allein die Ablehnungsquote beim neuen Vergütungsrahmen. Ende September legt Micron die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor – dort stehen Speicherpreise und ausgelieferte Bitmengen nebeneinander, und dort entscheidet sich, ob der Kostendruck auf Smartphones im Winter zunimmt. Und am 4. November folgt Arms zweites Quartal mit einer Umsatzprognose von 1,38 Milliarden Dollar plus/minus 50 Millionen Dollar. Bestätigt sich dort der hohe Zehnerbereich, war die Senkung Vorsicht. Fällt die Zahl darunter, war sie ein Anfang.

Arm ist im laufenden Zyklus nicht der Gewinner des Halbleiterbooms, sondern sein Mautkassierer – und Mautkassierer verdienen an Stückzahlen, nicht an Rekordpreisen. Solange das Rechenzentrumsgeschäft die Smartphone-Schwäche überkompensiert, trägt die Geschichte. Sie hängt aber an zwei Klammern, die beide nicht in Cambridge beschlossen werden: an der Speicherpreisentwicklung und an SoftBank. 

Vom beschriebenen Trend profitiert unmittelbar Micron, eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR und im AKTIONÄR-Depot vertreten. 

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