JPMorgan hat die Berichtsaison eröffnet. Einmal mehr fällt die erste Reaktion auf die Zahlen einer Großbank negativ aus, obwohl die Zahlen ordentlich waren. Müssen sich Anleger beim amerikanischen Branchenriesen wieder nachhaltig auf schwierigere Zeiten einstellen?
- Der Gewinn je Aktie lag mit 5,57 Dollar klar über dem Vorjahr, aber ein gutes Stück unter der Erwartung.
- Auch der Umsatz verfehlte die Schätzungen knapp.
- Der Nettozinsertrag fiel hingegen besser aus als erwartet.
Die Aktie von JPMorgan steht vorbörslich zeitweise rund vier Prozent im Minus. Der Grund: Gewinn und Umsatz im dritten Quartal verfehlten die Konsensschätzungen der Wall Street. Im Commercial & Investment Banking schwächten sich die Ergebnisse gegenüber dem starken zweiten Quartal deutlich ab. Im Jahresvergleich legte aber jede Geschäftssparte zu.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 5,57 Dollar und damit unter der Analystenschätzung von 5,94 Dollar. Der bereinigte Umsatz von 50,9 Milliarden Dollar verfehlte den Konsens von 51,2 Milliarden Dollar knapp.
Positiv: Die Risikovorsorge fiel mit 2,74 Milliarden Dollar niedriger aus als erwartet, und der Nettozinsertrag von 27,1 Milliarden Dollar übertraf die Erwartungen von 26,9 Milliarden Dollar. Zudem hat JPMorgan den Ausblick angehoben: Für 2026 erwartet die Bank einen Nettozinsertrag ohne Markets von rund 97,2 Milliarden US-Dollar, bisher waren es 96,5 Milliarden US-Dollar.
Im Consumer & Community Banking wuchsen Umsatz und Gewinn weiter. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um neun Prozent auf 21,2 Milliarden Dollar zu, der Nettogewinn sogar um 13 Prozent auf 5,67 Milliarden Dollar. Im Asset & Wealth Management stieg das verwaltete Vermögen um 13 Prozent auf 5,2 Billionen Dollar.
Die Aktienrückkäufe fielen im Quartal geringer aus. Konzernchef Jamie Dimon betonte, die Kapitalallokation bleibe unverändert: Investitionen in das Unternehmen und die Unterstützung der Kunden haben Vorrang. Das Kapital soll später zu attraktiven Renditen an die Aktionäre zurückfließen.
Seit den Sommerhochs haben die großen US-Banken rund 270 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren. Die JPMorgan-Zahlen zeigen jedoch, dass das Geschäftsmodell trägt – auch wenn die erste Marktreaktion einmal mehr negativ ausfällt. Investierte Anleger sollten sich davon nicht beunruhigen lassen. JPMorgan bleibt der starke Allrounder unter den US-Banken.
Heute, 13:17
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