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11.12.2014 Alfred Maydorn

JinkoSolar: Aktie im Öl-Würgegriff – droht der Totalabsturz?

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DAX

Die Aktie von JinkoSolar ist in den vergangenen Handelstagen kräftig unter die Räder gekommen. Vor allem der immer weiter fallende Ölpreis belastet die gesamte Solarbranche. JinkoSolar trifft er besonders hart. Die Aktie notiert mittlerweile nur noch knapp über ihrem Jahrestief. Hält es nicht, könnte es unangenehm werden. 

JinkoSolar ist am Mittwoch an der Wall Street zeitweise auf nur noch 20,16 Dollar abgerutscht und damit fast auf das bisherige Jahrestief von 19,42 Dollar. Die Aktie leidet aufgrund des vergleichsweise hohen Anteils eigener Solarkraftwerke besonders stark unter dem fallenden Ölpreis. 

Zusammenhag zwischen Öl und Solar?

Die jüngste Schwäche im Solarsektor lässt sich eindeutig auf den Kursverfall beim Öl zurückführen. In den Köpfen vieler Händler hat sich der Zusammenhang manifestiert, dass ein sinkender Ölpreis alternative Energien weniger ökonomisch werden lässt. Die Realität ist indes eine andere: Wenn überhaupt, dann konkurriert Solarenergie mit Kohle oder Gas, aber definitiv nicht mit Öl. 

Praktisch kein Einfluss

Aber die ölgetriebene Kursverluste im Solarsektor insgesamt und bei JinkoSolar im Besonderen dürften nicht lange anhalten. Es melden sich mehr und mehr Analysten zu Wort, die keinerlei Zusammenhang zwischen Öl und Solar sehen. So sagt etwa Vishal Shah von der Deutschen Bank: „Wir sind davon überzeugt, dass die Fundamentaldaten im Solarsektor von Veränderungen der Fördersätze oder der Entwicklung der Gaspreise abhängen, und sehen praktisch keinen Einfluss der schwankenden Ölpreise auf die Nachfrage.“ Shah sieht das immense Wachstumspotenzial in den Emerging Markets, allen voran in China und Indien, vollkommen unbeeinflusst vom fallenden Ölpreis. 

Unterstützung beachten

Auch DER AKTIONÄR sieht keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Ölpreis und der Solarindustrie und empfiehlt die Aktie von JinkoSolar weiterhin zum Kauf. Aus charttechnischer Sicht sollte das Jahrestief bei 19,42 Dollar (15,62 Euro) allerdings nicht unterschritten werden. Denn dann drohen weitere Kursverluste.

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