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Irre DAX-Rally - Allen Problemen zum Trotz: Deutsche Blue Chips nicht zu stoppen. Geht da noch mehr?

Irre DAX-Rally - Allen Problemen zum Trotz: Deutsche Blue Chips nicht zu stoppen. Geht da noch mehr?
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DER AKTIONÄR 16.02.2023, 11:20 DER AKTIONÄR

Wie darf man sich den typischen Bullen derzeit vorstellen? Optimistisch, kraftvoll und mit goldenen Locken. Ob Inflation, Eskalation im Ukraine-Krieg oder zunehmende Spannungen zwischen den USA und China – Risiken werden beiseitegewischt. Das Goldlöckchen-Szenario, das in der Welt der Wirtschaft die perfekte Mitte beschreibt, treibt die Kurse hoch – und zwar in einem Tempo, das man nicht so oft erlebt an der Börse. Das trübe Jahr 2022 ist weit weg. Im Februar 2023 ist der DAX nur noch 834 Punkte von seinem Rekordhoch bei 16.290 Zählern entfernt.

Das ist doch irre, sagen die Bären, und verweisen vor allem auf die Inflation, die im historischen Vergleich nach wie vor sehr hoch ist. Aber: Sie kommt zurück, und zwar stärker als erwartet. In der Eurozone kletterten die Verbraucherpreise im Januar auf Jahressicht lediglich um 8,5 Prozent, nachdem sie im Dezember noch um 9,2 Prozent gestiegen waren. Die EU-Kommission erwartet in ihrer Winter-Prognose eine Inflationsrate für 2023 von 5,6 Prozent nach 8,4 Prozent 2022. Für 2024 rechnet die Kommission mit 2,5 Prozent Inflation.

Die EZB, die die Leitzinsen innerhalb von nur sechs Monaten auf drei Prozent erhöht hat, könnte folglich schon bald den Fuß vom Gas nehmen – und die Zinswende einläuten. Für die Aktienkurse wäre das ein Segen: Zum einen werden Anleihen für die Anleger wieder unattraktiver, zum anderen wird die Kreditaufnahme für die Unternehmen günstiger.

Trotzdem trauen viele Anleger dem Braten nicht. Laut der aktuellen Umfrage von AnimusX Investors Sentiment erwarten 40 Prozent der Anleger den DAX in drei Monaten tiefer. Nur 18 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Kursen. Die Investitionsquote liegt nur bei 40 Prozent.

Was außerdem für ein Investment in den DAX spricht, ist die günstige Bewertung: Für das laufende Jahr kommt der deutsche Leitindex auf ein KGV von 12,6, was deutlich unter dem 10-Jahres-Durchschnitt von 14,2 liegt. US-Aktien sind merklich teurer: Aktuell liegt das KGV des S&P 500 bei 19,5, der Schnitt der letzten zehn Jahre beträgt 18,7.

In seiner Titelstory analysiert DER AKTIONÄR, wie es in den kommenden Wochen mit dem DAX weitergehen kann. Für jedes der drei Szenarien (neues Hoch, Seitwärtsphase, Korrektur) gibt es eine Handlungsempfehlung. Zudem werden alle 40 deutschen Blue Chips neu bewertet.

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