20.02.2017 Florian Söllner

Interview: Google, Amazon und Apple mit Deep Learning „made in Europe“

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Apple

Prof. Jürgen Schmidhuber gilt als Vater der modernen künstlichen Intelligenz (KI). Die tiefen neuronalen Netzwerke seiner Forschungsgruppen an der TU München und am IDSIA revolutionierten das maschinelle Lernen und die KI, und sind nun Milliarden von Nutzern zugänglich – durch Google, Apple, Microsoft, IBM, Baidu oder Amazon. DER AKTIONÄR hat mit ihm gesprochen

Wo ist die künstliche Intelligenz schon jetzt im Einsatz?

Google, Apple, Amazon und Baidu verwenden heute alle in massiver Weise ein “Deep Learning”-Verfahren, das mein Team zwischen 1995 und 2007 in München und in der Schweiz entwickelt hat, das etwa Googles Sprach­erkennung stark verbessert hat und nun Milliarden Nutzern zugänglich ist. Auch auf ihrem Smartphone.

Das ist eine Kombination zweier Methoden meiner Forschungsgruppen an der TU München und am IDSIA: Long short-term memory (LSTM), rückgekoppelte NN und Connectionist Temporal Classification (CTC).

Ist ein Ende der Entwicklung absehbar – oder stehen wir erst am Beginn?

Letzteres. Künstliche Intelligenzen (KIs) werden fast alles erlernen, was Menschen können – und noch viel mehr. Ihre neuronalen Netze (NN) werden aus Erfahrung klüger und alle zehn Jahre hundertmal mächtiger pro Euro.

Was ist der Clou an Deep Learning?

Da geht es um tiefe künstliche NN, inspiriert durch das menschliche Gehirn. Letzteres hat im Kortex gut 10 Milliarden Neuronen, die untereinander gut 100.000 Milliarden Verbindungen aufweisen. Jede Verbindung hat eine bestimmte Stärke oder Gewichtung. Diese verändert sich beim Lernen. Ähnliches gilt für unsere künstlichen neuronalen Netze.

Das heißt, Roboter lernen wie Menschen?

Ja, manche unserer neugierigen KIs setzen sich selbst Ziele, um klüger zu werden. Sie spielen wie Babys mit Spielzeugen und suchen sich zunächst leichte Aufgaben, später schwierigere. Für Fortschritte gibt es Belohnungssignale, sozusagen künstliche Freude, die motivieren, weiter zu lernen.

Lesen Sie im AKTIONÄR 08/2017 das komplette Interview und den Top-Tipp Spekulativ – eine spannende Firma, welche verstärkt auf Deep Learning setzt.

Buchtipp: Tim Cook

2011 stirbt Steve Jobs. Alle sind sich einig, dass Apple ohne ihn dem Untergang geweiht ist. Jobs’ Nachfolger Tim Cook halten viele für die falsche Wahl – zu wenig innovativ, zu wenig schillernd. Doch Cook beweist: Er ist der rechte Mann zur rechten Zeit. Unter seiner Leitung wird das iPhone das erfolgreichste Produkt aller Zeiten, das Dienstleistungs­geschäft wächst rasant und Apple steigt zum ersten Billionen-Dollar-Unternehmen der Welt auf. Leander Kahney legt nun die erste Biografie überhaupt zu Tim Cook vor. Wer ist der Mann, den viele für einen Langweiler halten, wirklich? Wie hat er Apple verändert und wo will er noch hin? Welchen Herausforderungen wird er sich in Zukunft stellen müssen? Und wird es ihm gelingen, Apple weiterhin an der Spitze zu halten?

Autoren: Kahney, Leander
Seitenanzahl: 320
Erscheinungstermin: 05.07.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-651-6