Schock im KI-Sektor: IBM liefert durchwachsene Quartalszahlen, kappt die Jahresprognose und blickt auf einen historischen Kurseinbruch zurück. Doch scheinbar paradoxerweise atmen Anleger auf – die Aktie klettert nachbörslich um drei Prozent.
In den vergangenen Wochen hatten IBM-Aktionäre starke Nerven gebraucht: Nach einer heftigen Gewinnwarnung vor wenigen Tagen stand die Aktie massiv unter Druck und verzeichnete den größten Tagesverlust ihrer Geschichte. Nun hat der Konzern die offiziellen Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt – und die Prognose gekappt. Doch dieses Mal reagieren die Anleger gelassen.
Zahlen verfehlen die Erwartungen leicht
Die am Mittwoch präsentierten Kennzahlen bargen keine echten Überraschungen mehr, da IBM im Vorfeld bereits mit vorläufigen Eckdaten und einer Gewinnwarnung an die Öffentlichkeit gegangen war. Der Nettogewinn sank im abgelaufenen Jahresviertel auf 2,17 Milliarden Dollar oder 2,30 Dollar je Aktie (Vorjahr: 2,19 Milliarden Dollar beziehungsweise 2,36 Dollar). Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,93 Dollar und verfehlte damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 2,97 Dollar leicht.
Auch beim Umsatz blieben die Texaner mit 17,2 Milliarden Dollar knapp unter den Konsensprognosen von 17,6 Milliarden Dollar. Auf Jahressicht kletterte der Erlös nur um rund ein Prozent.
IBM erwartet für 2026 nun ein Umsatzwachstum zwischen vier und fünf Prozent. Bisher hatte der Konzern mit einem Wachstum von mehr als fünf Prozent gerechnet. Der Mittelwert der neuen Prognose liegt unter der Konsensschätzung der Analysten, die von einem Umsatzwachstum von rund fünf Prozent ausgegangen waren.
Der Grund für die bereits zuvor bekanntgewordene Korrektur lag in massiven Einbrüchen beim Hardware-Geschäft: Das Segment der Z-Grossrechner (Mainframes) schrumpfte dramatisch um 42 Prozent, da Kunden vor anstehenden Preiserhöhungen panikartig vorgezogen hatten. CEO Arvind Krishna sprach in einem Brief an Aktionäre von einem unerwartet schwachen Verlauf in diesem Bereich sowie bei Transaktionsverarbeitungssoftware.
Nachbörslich kletterte die IBM-Aktie, die keine Empfehlung des AKTIONÄR ist, in einer ersten Reaktion um drei Prozent. Nach dem vorherigen Abverkauf ist dies jedoch nur ein schwacher Trost. Ein Neueinstieg drängt sich aktuell nicht auf.
Heute, 22:26
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