Die Aktie der Schaeffler AG hat sich nach der Korrektur vom Hoch bei 11,73 Euro bei rund 10,00 Euro eingependelt. Am Dienstag wird Schaeffler seine Jahreszahlen vorlegen. Investoren hoffen dabei unter anderem auf mehr Details zur zukünftigen Ausrichtung des Konzerns.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler will künftig verstärkt Teile für humanoide Roboter fertigen - und diese in großer Zahl selbst in der Produktion einsetzen. Dazu wurde unter anderem eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Humanoid vereinbart. Schaeffler wird den Angaben zufolge Teile unter anderem für Robotergelenke entwickeln und liefern, die vor allem im Oberkörper, in den Schultern und Armen von Humanoiden zum Einsatz kommen. Am Montag wurde ein neuer Deal mit Leju Robotics, einem chinesischen Tech-Konzern bekannt gegeben. "Mit vereinter Innovationskraft entlang der industriellen Wertschöpfungskette tragen wir zum Aufbau eines offenen und für alle vorteilhaften Ökosystems für humanoide Roboter bei", kommentierte Zhendong Ke, Vize-President von Leju Robotics die Vereinbarung.
Erst Anfang November hatte Schaeffler eine Partnerschaft mit dem Roboter-Spezialisten Neura Robotics aus Deutschland bekanntgegeben.
Schaeffler hat sich neu aufgestellt, sich neu erfunden. Der Ausbau des Angebots im E-Mobility-Segment sowie das Engagement in den Zukunftsfeldern Humanoide Roboter sowie Drohnen verleiht dem Automobilzulieferer neuen Charme. Im Bereich der Humanoiden Robotik laufen bereits mehrere Pilotprojekte. Wenn Schaeffler hier erfolgreich ist, kann dieser Bereich langfristig durchaus zu einem Wachstumstreiber werden. Hinzu kommt das Wachstumsfeld Drohnen. Hier arbeitet Schaeffler unter anderem mit Helsing zusammen.
Die Analysten jedoch sind sich nicht ganz einig, wohin die Reise bei der Aktie der Schaeffler AG gehen wird. Analyst Juan Perez-Carrascosa von der UBS rät die Aktie zu verkaufen. Die letzte Rally von 6,00 auf knapp 12,00 Euro wurde stark durch die Roboter-Thematik getragen – nicht durch fundamentale operative Verbesserungen, so Perez-Carrascosa. Die Chancen der humanoiden Robotik seien jedoch noch sehr weit davon entfernt Umsatz zu generieren.
Horst Shneider von der Bank of America erwartet dagegen bei Schaeffler eine operative Ergebnisverdopplung bis 2028. Schneider hob in seinem letzten Update zu Schaeffler hervor, dass die Integration von Vitesco und der Ausbau bei E-Mobility langfristig erhebliches Potenzial bieten würden.
Investoren erhoffen sich am 3. März mehr Details zur zukünftigen Ausrichtung der Schaeffler AG. Bis 2035 sollen rund zehn Prozent des Konzernumsatzes aus neuen Geschäftsfeldern stammen. Bei einem in Aussicht gestellten Umsatz von 30 bis 35 Milliarden Euro würde das rund drei Milliarden Euro entsprechen. Wer investiert ist, bleibt dabei. Die Aktie trifft bei 9,94 Euro auf eine Unterstützung (50-Tage-Linie). Sollte diese unterschritten werden, liegt der nächste Support bei 9,24 Euro.
Heute, 15:55