Die Frasers Group baut ihr Beteiligungsportfolio weiter aus. Nachdem der britische Handelskonzern zuletzt bei Hugo Boss mit knapp 48 Prozent nur knapp die Mehrheit verfehlte, rücken nun andere Mode- und Sportmarken in den Fokus. Das wirft die Frage auf: Ist Hugo Boss für Frasers vorerst kein Objekt der Begierde mehr?
Rückblick: Frasers hatte im Sommer ein freiwilliges Übernahmeangebot für Hugo Boss zu 38 Euro je Aktie vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat des Metzinger Modekonzerns lehnten den Vorstoß ab und empfahlen den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen. Am Ende kam Frasers dennoch auf 47,89 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Damit fehlten lediglich gut zwei Prozentpunkte zur Mehrheit.
Ganz aufgegeben hat Frasers Hugo Boss allerdings nicht. Anfang September erklärte der Konzern, die Beteiligung weiter erhöhen zu wollen und eine Position von mehr als 50 Prozent anzustreben.
Andere Marken geraten ins Visier
Trotzdem scheinen aktuell andere Marken deutlich höher in der Gunst des Frasers-Group-Chefs Mike Ashley. Grund: Bei Under Armour hat der Konzern jetzt seine Position auf 8,78 Prozent ausgebaut und zählt damit zu den größten Anteilseignern des US-Sportartikelherstellers. Under Armour steckt derzeit selbst in einem Sanierungsprogramm.
Doch nicht nur in den USA ging Ashley auf Shopping-Tour: Auch bei Burberry hat Frasers zumindest indirekt aufgestockt. Über verkaufte Put-Optionen hat sich der britische Konzern eine Position von mehr als sechs Prozent der Stimmrechte gesichert. Damit könnte Frasers die Aktien künftig direkt erwerben.
Wiederkehrendes Muster
Die Käufe folgen dabei einem markanten Schema: Der Frasers-Chef Mike Ashley sucht Unternehmen, deren Potenzial aus seiner Sicht noch nicht vollständig im Aktienkurs steckt. Gleichzeitig können Beteiligungen die Geschäftsbeziehungen zu den Marken stärken. Bei Hugo Boss hat Frasers diesen Ansatz bereits weit vorangetrieben, nun könnten Under Armour und Burberry folgen.
Zwar steht Hugo Boss aktuell nicht in einem Atemzug mit der Frasers Group in den Schlagzeilen, trotzdem könnte Mike Ashley auch hier selektiv weiter zukaufen, zumal der Aktienkurs weiter unter dem Kurs seines freiwilligen Übernahmeangebots liegt. Vorerst scheint sich seine Aufmerksamkeit jedoch auf andere Marken zu konzentrieren. DER AKTIONÄR rät bei Hugo Boss und Burberry weiter zum Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Hugo Boss.
Heute, 16:15
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