31.10.2019 Markus Bußler

Gold: Dieser Anleger-Liebling stürzt um 25 Prozent ab

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PRETIUM RESOURCES
Trendthema

Brucejack in British-Columbia/Kanada ist eines der umstrittensten Projekte überhaupt. Die Befürworter sehen eines der hochgradigsten Projekte weltweit, das noch dazu in einer sicheren politischen Region liegt. Die Skeptiker sehen Probleme, dass das geologische Modell, auf dem Brucejack beruht, auch wirklich funktioniert. Die Aktie von Pretium Resources, dem Betreiber der Mine, gehörte im laufenden Jahr zu den Lieblingen der Anleger. Gestern brach sie nachbörslich ein.

Pretium meldete gestern Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal. Auf den ersten Blick waren diese gut. Der höchste Cashflow, den das Unternehmen jemals erzielt hatte. Doch kratzt man etwas an der Oberfläche, dann sieht man: So gut waren die Zahlen dann doch nicht. Das Problem: Die Produktion lag niedriger als erwartet und der Konzern musste die Prognose für das laufende Jahr um rund 15 Prozent senken. Pretium geht jetzt davon aus, zwischen 340.000 und 350.000 Unzen auf der Brucejack-Mine zu produzieren. Gleichzeitig hob man die Kostenprognose auf 900 bis 950 Dollar je Unze an. Auch das war sicherlich nichts, was den Markt in Begeisterung versetzte. Zwar geht Pretium davon aus, dass man im laufenden Jahr 180 Millionen Dollar an Schulden zurückzahlen wird und damit das eigentliche Ziel von 140 Millionen Dollar übertreffen wird. Doch die Probleme bleiben. Eines der Probleme: Wie hoch wird der durchschnittliche Goldgehalt der Mine wirklich sein. Im dritten Quartal lag der Goldgehalt des Erzes, das in die Anlage wanderte bei über 12 Gramm je Tonne, im abgelaufenen Quartal waren es nur noch 9,1 Gramm. Das verunsichert den Markt. Im ersten Quartal 2020 soll eine neue Ressourcenschätzung und ein neuer Minenplan veröffentlicht werden. Beides wird gerade erstellt. Das dürfte maßgeblich über die Zukunft der Aktie entscheiden.

PRETIUM RESOURCES (WKN: A1H4B5)

Scharfe Rücksetzer sind bei Pretium nichts Ungewöhnliches. Die Aktie ist extrem volatil und Phasen tiefer Depression wechseln sich bei Pretium mit Phasen von Euphorie ab. Das Projekt ist geologisch eine riesige Herausforderung. Kann Pretium sie meistern, ist der Konzern ein heißer Übernahmekandidat. Bleibt die Unsicherheit, müssen sich Anleger wohl oder übel mit solchen Kurskapriolen abfinden.